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Mit einer Nabelschnur könnten neuer Konzertsaal und Gasteig verbunden werden, das schlägt der Münchner Architekt Rudolf Wienands vor.

Konzertsaal-Debatte

Zwischen Blockade und Wettrennen

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München - In der Konzertsaal-Debatte bringen sich schon einmal die Architekten in Position. Der Stadtrat steht derweil ohne Informationen da.

Finanzgarten oder Kongresssaal, das war gestern. Und dies, obwohl die Arbeitsgruppe zum Thema Konzerthaus noch gar keine Entscheidung getroffen hat. Am vergangenen Freitag wurde wieder beraten, alle Beteiligten haben bis auf Weiteres Stillschweigen vereinbart. „Konstruktiv“, so heißt es, verliefen die Gespräche – wie auch sonst?

Nachdem sogar aus Kreisen der Münchner Philharmoniker prophezeit wird, es komme zu einem neuen Saal, bringen sich nun die in Position, die davon vor allem finanziell profitieren könnten: die Architekten. Rudolf Wienands aus München ist dazu auf den schon früher debattierten Standort Isar-Insel gekommen. Sein gewagter Vorschlag: Der neue Saal könnte durch eine Brücke an den alten Gasteig andocken.

Wienands „Isar-Philharmonie“, deren Modell Assoziationen an Hamburg weckt, liegt zwischen Müller’schem Volksbad und Gasteig. „In dieser unfreundlichen, feuchten und schattigen Senke könnten sich die vier hohen Pfeiler für Notausgangstreppen mit Aufzügen hoch über den wertvollen Baumbestand erheben, um eine gläserne ,Klang-Wolke ‘ zu tragen“ schreibt der Architekt. Dies „als ein weithin leuchtender Schlussbaustein des so überaus erfolgreichen Münchner Kulturzentrums.“

Schon einmal, bei den Beratungen der früheren Arbeitsgruppe zum Konzertsaal, war dieser Standort in der Debatte – und als unrealistisch und zu teuer verworfen worden. Wienands Kollegen, die Architekten Christian und Philipp Raupach, haben es auf ein anderes Areal abgesehen, auf den Postpalast an der Arnulfstraße. Der neue Saal, so ihr Vorschlag, könnte hinter der großen, in den Zwanzigerjahren erbauten Rotunde entstehen. Zwei große Probleme tun sich dabei allerdings auf: Das Grundstück gehört nicht dem Freistaat, überdies dürfte der Denkmalschutz vieles blockieren.

Blockiert sieht sich derzeit auch mancher im Stadtrat. Auf Antrag der Fraktion Bürgerliche Mitte sollte sich das Gremium in der vergangenen Woche mit dem Thema Saal befassen – was eine erdrückende Mehrheit ablehnte. Ursula Sabathil (Freie Wähler) hat dafür kein Verständnis. „Zurzeit müssen wir alles, was in Sachen Konzertsaal passiert, aus der Presse erfahren“, sagt sie. „Das kann einfach nicht so laufen, wenn es um eine derart wichtige Sache geht.“

Sabathil fordert, dass Kulturausschuss oder Stadtrat endlich über die laufenden Beratungen der Arbeitsgruppe informiert werden müssen – auch, wenn noch kein Ergebnis vorliegt. Sollte nichts darüber an die Öffentlichkeit dringen dürfen, hätte sie kein Problem damit, das Thema in einer nichtöffentlichen Sitzung zu behandeln. Für die Zeit nach Ostern kündigt Sabathil eine Demonstration für einen neuen Saal an.

Nach der bisherigen Planung soll die Arbeitsgruppe bis Mai ihre Beratungen abgeschlossen haben. Ihre Empfehlung – ob „Zwillingslösung“ mit Gasteig und Herkulessaal oder neues Konzerthaus – wird danach im Stadtrat und im Landtag behandelt. Auch wenn am Ende das Votum für einen neuen Saal stehen sollte: Dass derzeit alle zwei Tage ein neuer Standort in die Diskussion geworfen wird, empfindet mancher Saal-Fan eher als hinderlich.

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