+
Ist ein Saal auf der Museumsinsel möglich? Zwei Landtagsausschüsse debattieren in dieser Woche darüber.

Konzertsaal: Heubisch auf Überzeugungstour

München - Die Landtagsausschüsse sprechen über den Konzertsaal – jetzt fordert Nürnberg auch ein solches Projekt.

Zum Reinhören:

Mariss Janons über Konzertsäle in München

Hier anhören

Der Optimismus in Sachen Münchner Konzertsaal hat sich etwas verflüchtigt – zumindest was den Zeitplan angeht. Ursprünglich wollte Bayerns Kunstministerium bis zur Sommerpause die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie vorliegen haben. Herbst, „auf jeden Fall noch in diesem Jahr“, das sind nun die neuen Zeitansagen.

In zwei Sitzungen befassen sich in dieser Woche die Landtagsabgeordneten mit dem Saal. Heute tagt der Hochschul- und Kulturausschuss, morgen der Haushaltsausschuss. Am Ende der Beratungen, so hofft das Kunstministerium, steht dann der Beschluss für eine Machbarkeitsstudie. Die soll zwei Fragen beantworten: Wo darf der neue Saal hin? Und wie könnte der ehemalige Kongresssaal auf der Museumsinsel (so dieser Standort den Zuschlag erhält) dafür umgebaut werden?

Etwas schwieriger für Bayerns Kunstmininister Wolfgang Heubisch (FDP) dürften die morgigen Beratungen im Haushaltsschausschuss werden. Grund: In diesem Gremium sitzt kein Münchner Abgeordneter. Und dass manch Volksvertreter aus Gefilden fern der Landeshauptstadt mit dem Konzertsaal-Projekt fremdelt, ist in den vergangenen Monaten deutlich geworden. Immer wieder hat Heubisch daher auf seinen Touren durchs Land die Wichtigkeit des Münchner Projekts hervorgehoben, das in seinen Augen eine Ausstrahlungskraft auf ganz Bayern entfalten könnte. Der Minister bleibt dabei Fan eines kompletten Neubaus auf der Museumsinsel. Gleichwohl haben Denkmalschützer deutlich gemacht, dass ein Abriss des historischen Kongresssaales wohl nicht möglich sei.

Die Nürnberger haben die Debatte nun zum Anlass genommen, einen Saal für ihre Stadt zu fordern. Treibende Kraft ist hier Ulf Klausenitzer, Geiger, Dozent an der Nürnberger Musikhochschule, Dirigent und langjähriger Vorstand des Bayreuther Festspielorchesters. Die Meistersingerhalle biete nur ein dürftiges Ambiente für Konzerte, meint Klausenitzer. Außerdem kämen nur noch drittklassige Orchester nach Nürnberg, Franken sei zum Synonym für Provinzialität geworden. Seit eineinhalb Jahren gibt es bereits einen Initiativkreis für einen Nürnberger Saal.

Heubisch hat betont, er wolle sich solchen Gesprächen nicht verschließen. Gleichzeitig warnt er davor, die Nürnberger Kultureinrichtungen kleinzureden. Dort gebe es schließlich Kultur auf höchstem Niveau.

Markus Thiel

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Volles Risiko
Martin Walser zeichnet in „Spätdienst“ das Porträt eines Mannes, eines Künstlers, der wie alle stark und schwach ist, kleinlich und großartig, imponierend klug und …
Volles Risiko
Tillie Waldens berührende Comic-Autobiografie 
Tillie Walden war ein Eislauf-Talent. Doch mit der Pubertät wurden andere Dinge wichtig. Davon erzählt die US-Amerikanerin in ihrem Comic-Roman „Pirouetten“. 
Tillie Waldens berührende Comic-Autobiografie 
Kerstin Ott privat: Sie ist mit einer Frau verheiratet, lebte im Kinderheim und war spielsüchtig
Wohl niemand kam um den Mega-Hit „Die immer lacht“ herum. Sängerin Kerstin Ott war aber nicht immer zum Lachen zumute. In ihrer Vergangenheit musste sie mit so einigen …
Kerstin Ott privat: Sie ist mit einer Frau verheiratet, lebte im Kinderheim und war spielsüchtig
Andreas Gabalier in Münchner Olympiahalle - Volks-Rocker tritt für Fans überraschend anders auf
Andreas Gabalier spielte am Samstagabend in der Münchner Olympiahalle vor 12.000 Menschen - und überraschte seine Fans mit Lagerfeuer-Romantik.
Andreas Gabalier in Münchner Olympiahalle - Volks-Rocker tritt für Fans überraschend anders auf

Kommentare