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Angeblich die einfachste und billigste Lösung ist laut Kunstministerium die Variante am Ostbahnhof.

Keine eindeutige Sache

Konzertsaal: Spaenle will Standort am Ostbahnhof

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München - Wohin kommt der neue Konzertsaal? Am Dienstag will das Kabinett sich entscheiden. Ludwig Spaenle (CSU) möchte seine Ministerkollegen auf den Konzertsaal-Standort am Ostbahnhof einschwören.

Das Bayerische Kunstministerium will den neuen Konzertsaal ins Werksviertel am Münchner Ostbahnhof bauen. In der streng vertraulichen zwei Dutzend Seiten dicken Vorlage für die Sitzung des Ministerrats am Dienstag spricht sich Ressortchef Ludwig Spaenle (CSU) für den Standort aus, ist zu erfahren. Spaenle beruft sich auf die bisherigen Parameter der jüngsten Konzertsaal-Studie und sieht deshalb einen deutlichen Vorsprung vor der Paketposthalle an der Arnulfstraße. Damit könnte das Kabinett heute einen Architekten-Wettbewerb in die Wege leiten.

Konzertsaal: Seehofer will Spatenstich noch in seiner Amtszeit

Die Lenkungsgruppe aus mehreren beteiligten Ministerien (Finanzen, Bau) teilt diese Ansicht. Die jüngste Studie hatte eine Punkte-Wertung ergeben, demnach führt das Werksviertel mit 81:67 vor der Post. Der größte Einflussfaktor mit 30 Prozent dabei ist in dieser Rechnung allerdings die Zeitschiene: Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) will den ersten Spatenstich unbedingt noch in seiner Amtszeit bis 2018 erledigen. Das scheint nur beim Ost-Standort möglich zu sein.

Nicht allen in der CSU ist dieser Seehofer-Faktor so wichtig, es gibt auch Stimmen, die sich gerne mehr Zeit lassen würden. Abgeordnete hatten jüngst mehr Mitsprache eingefordert. In Sachen Finanzierung hat schließlich der Landtag das letzte Wort. Bei den Kosten hat ebenfalls das Werksviertel die besseren Karten. Bei Grunderwerb (am Ostbahnhof: Erbpacht) und Baukosten komme die Paketposthalle um das Doppelte teurer, schätzen Finanzpolitiker. Die Halle wirft hohe Sanierungskosten auf. Seehofer selbst hat sich nicht positioniert, soweit zu erfahren ist, auch nicht gegenüber Parteifreunden. Er sah sich beide Standorte vergangene Woche persönlich an und bat alle Beteiligten um Diskretion.

15 Jahre Konzertsaal-Debatte sind genug

Das bedeutet aber auch: Zu 100 Prozent ist das Werksviertel noch nicht beschlossene Sache. Gerade in den vergangenen Tagen haben die Befürworter der Paketposthalle mächtig Druck gemacht und bei Abgeordneten vorgesprochen. Ihr Plan: Die Entscheidung soll bis April vertagt werden, damit sich alle Beteiligten über Konzeptionelles und die Entwicklung des Standorts weitere Gedanken machen können (wir berichteten). Offenbar haben diese Lobbyisten-Aktivitäten nun Erfolg – bei einigen Abgeordneten sind Zweifel aufgekommen. Aus dem BR-Symphonieorchester, dem künftigen Hauptnutzer, ist demgegenüber zu hören, man solle sich endlich auf einen realisierbaren Standort verständigen. Die Variante Werksviertel müsse dringend beschlossen werden, 15 Jahre Konzertsaal-Debatte seien einfach genug.

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