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Ein unverbindlicher Vorschlag ist der Entwurf des Nürnberger Architekturstudenten Markus Krempels.

Planung für Finanzgarten präsentiert

Das neue Odeon

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München - Wenn es nach dem Münchner Konzertsaal-Verein ginge, ist nun die ideale Variante gefunden: der Finanzgarten an der Galeriestraße.

Über zehn Jahre ist die Debatte alt. Und verbunden ist sie mit einer Reihe von Standort-Rückschlägen, man denke nur an den Marstall und den Kongresssaal auf der Museumsinsel. Wenn es nach dem Münchner Konzertsaal-Verein ginge, ist nun die ideale Variante gefunden: der Finanzgarten an der Galeriestraße. Der Vorschlag ist bekanntlich nicht neu. Um jedoch die Diskussion zu befeuern, hat der Verein nun eine mögliche Planung präsentiert.

Diese Animationen haben, das wissen die Saal-Fans um den Vereinsvorsitzenden Manfred Wutzlhofer und verdiente Kultur-Kämpen wie Kurt Faltlhauser und Wolfgang Heubisch, keine rechtliche Bindung. Aber Anregungen im Vierfarbdruck, so denkt man sich, sind eben griffiger als manch abstraktes Argument. Urheber ist Markus Krempels, der den Entwurf als Studienarbeit an der Technischen Hochschule Nürnberg angefertigt hat. Eine Planung, die den Geländeschwung des Finanzgartens aufnimmt, aber auch die Wirkung des dortigen Baumbestands: Die Außenhülle des Baus soll an Geäst und Licht-Schattenwirkungen eines Blätterdachs erinnern.

Was für den Saal-Verein bei diesem Vorstoß entscheidender ist: Der Standort Finanzgarten soll festgezurrt werden. Eine Reihe von Argumenten spreche laut Wutzlhofer dafür – der nahe gelegene U-Bahnhof Odeonsplatz, die attraktive Innenstadtlage, vor allem aber die Chance, ein Areal, das sich derzeit als „verborgene, eher abweisende Grünfläche“ präsentiere, erheblich aufzuwerten. Für PKW-Benutzer könne man eine Tiefgarage mit 500 Plätzen bauen, ohnehin sehe der Bebauungsplan eine solche vor.

So soll Münchens neues Konzerthaus aussehen

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„Unansehlich“ sei die Galeriestraße in ihrem jetzigen Zustand, kritisierte Wutzlhofer. Der Vorschlag von Markus Krempels zielt daher darauf ab, dort eine Fußgängerzone einzurichten, Hof- und Finanzgarten also zu einer Einheit zu verbinden. Unterstützung holte man sich vom Landschaftsarchitekten Heiner Luz. Der Finanzgarten schotte sich vom Stadtgebiet ab, sagte er. Ein Konzertsaal mit attraktiv gestaltetem Umfeld könne das wieder gerade biegen. Den Verfechtern dieser Lösung ist dabei klar: Im Landschaftsschutzgebiet Finanzgarten müssten Bäume fallen. Dies allerdings, so versichert man, nur im westlichen Bereich am Landwirtschaftsministerium, das denkmalgeschützte Areal auf dem Gebiet der historischen Stadt-Bastion werde nicht angetastet. Notwendig wären demnach Ausgleichspflanzungen – eine aus der Sicht des Vereins verschmerzbare Maßnahme. Die Aufwertung von Galeriestraße und Finanzgarten gleiche dies mehr als aus.

Die Bayerische Staatsregierung wurde vom Verein aufgefordert, die „notwendige Standortfestlegung vorzunehmen“. Nach Aussage von Ex-Finanzminister Kurt Faltlhauser sei dies 2015 möglich – und eine Eröffnung des Saales „zu Beginn der Zwanzigerjahre“ keine Utopie. Einen Namen gibt es auch schon: „Neues Odeon“, womit an den legendären, im Krieg zerstörten Konzertsaal erinnert wird.

Markus Thiel

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