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„Vielfalt“ – das könnte auf dem Areal der Kultfabrik bald auf die Besucherstruktur zutreffen.

Erste Reaktionen auf Vorstoß

Konzertsaal am Ostbahnhof: „Die Idee ist gar nicht so dumm“

München - Ein neuer Konzertsaal am Münchner Ostbahnhof? Erste Reaktionen räumen dem Projekt beste Chancen ein.

Die ersten Hosianna-Rufe wurden bereits vernommen, und zwar aus den Reihen der CSU. Deren Ortsverband Berg am Laim findet es nicht nur gut, dass ein neuer Konzertsaal an den Ostbahnhof kommen könnte, sondern hat bereits einen diesbezüglichen Antrag an den Bezirksausschuss gestellt. Darüber hinaus möchte man dort einer weiteren Institution zu einer neuen zusätzlichen Heimat verhelfen – auch für die Münchner Musikhochschule mit ihrer seit langem notorischen Raumnot könnten schließlich Kapazitäten geschaffen werden.

Wie am Freitag berichtet, ist das Areal der Kultfabrik auf dem ehemaligen Pfanni-Gelände offenbar heißester Standort-Kandidat für einen neuen Saal. Nicht nur, weil die rechtliche Situation eine relativ schnelle Realisierung ermöglichen könnte, sondern auch, weil ein privater Investor mit im Boot sitzt. Die Otec KG, Eigentümerin des großen Areals, könnte sich einen Magneten füs Klassikpublikum durchaus vorstellen, erste Gespräche des geschäftsführenden Gesellschafters Werner Eckart mit Stadt und Freistaat wurden bereits geführt. „Wir merken, dass diese Variante immer mehr Resonanz bekommt und die Idee gar nicht so dumm ist“, kommentierte am Freitag ein Otec-Sprecher die Entwicklung. Der „heterogene Charme“ des früheren Kunstparks Ost könne auf diese Weise sogar noch weiterentwickelt werden. Die Otec bestätigt Gespräche mit den Verantwortlichen „auf verschiedenen Ebenen“, Definitives sei aber noch nicht beschlossen worden.

Da es für das Grundstück bereits einen Bebauungsplan gibt, kann das 400 000 Quadratmeter große Areal ab 2016 bebaut werden. Eine Parkgarage für 2000 Autos und vier Hotels sind unter anderem vorgesehen – beste Voraussetzungen für einen Konzertsaal. Auch dies alles dürfte eine Rolle spielen, wenn Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU) am kommenden Dienstag dem Kabinett einen Bericht vorlegen wird. Es ist zwar davon auszugehen, dass Alternativen wie Olympiapark und Post-Pakethalle an der Friedenheimer Brücke genannt werden, dennoch aber eine Priorisierung zugunsten des Areals am Ostbahnhof erfolgt.

Überraschend dürfte die Entwicklung für die Arbeitsgruppe sein, die das Kunstministerium ins Leben gerufen hat. Unter den Mitgliedern sollte eigentlich diskutiert werden, welcher der vier noch verbliebenen Standorte die besten Voraussetzungen bietet. Mit einer Priorisierung der Kultfabrik wäre das Gremium von der Politik im Handstreich ausgehebelt worden.

„Durch die Kombination beider Nutzungen – des Konzertsaals und der Musikhochschule – böte sich die Möglichkeit, das Gebäude auch tagsüber zu bespielen und gerade auch jungen Musikern eine Plattform für Konzerte zu bieten“, schreibt die CSU Berg am Laim in ihrem Antrag an den Bezirksausschuss. Ein „kultureller Hotspot erster Güte“ könnte im Werksviertel entstehen. Bedeckt hält man sich dagegen beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das mit dem neuen Konzertsaal endlich eine Heimat bekommen könnte. „Ich finde alle vier Alternativen jede auf ihre Art interessant“, sagt Orchestermanager Nikolaus Pont. Wobei ihm eine Ansicht unterstellt werden darf: Hauptsache, es bewegt sich überhaupt etwas.

Markus Thiel

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