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Wir sind Stars, holt uns hier raus! Das BR-Symphonieorchester und Mariss Jansons wollen nicht im Gasteig spielen.

Konzertsaal erntet Skepsis

München - Das Deutsche Museum sieht einen neuen Konzertsaal in oder anstelle des Kongresssaals auf der Münchner Museumsinsel mit Skepsis.

Das Deutsche Museum sieht einen neuen Konzertsaal in oder anstelle des Kongresssaals auf der Münchner Museumsinsel mit Skepsis. Das teilten die Kuratoriumsvorsitzenden des Museums, Adolf Kracht und Rainer Salfeld, ihrem Gremium schriftlich mit. „Ob ein einziges Bauwerk sowohl dem hohen Anspruch eines neuen Konzertsaals genügen und gleichzeitig als Portikus dem Weltruf eines der bedeutendsten Technikmuseen gerecht werden kann, ist sehr fraglich“, betonen sie. Gleichzeitig machte das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks gestern im Rathaus klar, dass es ganz auf diesen neuen, eigenen Saal setzt.

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) hatte die BR-Symphoniker aufgefordert, sie sollten spätestens bis Sommer erklären: Lieber eine unsichere Zukunft im eigenen Saal, der womöglich nie gebaut wird? Oder beengt, aber sicher behaust in einem akustisch und räumlich ertüchtigten Gasteig?

Die Antwort bekam Ude schon gestern. In einer turbulenten Sitzung des Stadtrats machte Orchestervorstand Andreas Marschik unmissverständlich klar: Der Gasteig sei keine Option für die Symphoniker. Marschik erhob gegenüber der Stadt München außerdem so heftig den Vorwurf, sie wolle einen neuen Konzertsaal mit allen Mitteln verhindern, dass Sitzungsleiter Hep Monatzeder (Grüne) ihm erbost in die Parade fuhr.

Eigentlich ging es nur um die Vorstellung eines Gutachtens, dessen Inhalt hinlänglich bekannt ist. Die Firma „Metrum“ hatte in der Spielzeit 2009/ 2010 untersucht, ob eine Parallelbespielung der Philharmonie im Gasteig durch Philharmoniker und BR-Symphonieorchester möglich ist. Ergebnis: Beide gleichzeitig, das funktioniert nicht. Probe- und Aufführungstermine von zwei Orchestern seien schlicht nicht unter einen Hut zu bekommen – selbst, wenn beide sich zurücknähmen, wäre die Kooperationslösung nur möglich, wenn man einen Ausweich-Spielort wie den Herkulessaal hinzunähme.

Die Medien hatten zwar schon über die Studie berichtet, aber im Stadtrat hatte man noch nicht debattiert, was man gestern mit den bekannten Argumenten nachholte.

Als die Diskussion abflaute, erteilte sich Marschik selbst das Rederecht. Er behauptete, die „Metrum“-Studie sei ein Gefälligkeitsgutachten für die Stadt: „Für uns war die Studie der Versuch, einen neuen Konzertsaal zu verhindern.“ Denn ursprünglich habe das Papier eine „extrem tendenziöse Wortwahl“ enthalten, die den Symphonikern zum Beispiel eine „starre Terminplanung“ attestiert habe. Sinngemäß: Wenn die BR-Musiker sich zusammennehmen würden, hätten beide Orchester im Gasteig Platz. „Wir mussten massiv in die Wortwahl der Studie eingreifen.“ Außerdem wies Marschik darauf hin, dass „Metrum“ einen Beratervertrag mit den Philharmonikern habe.

Monatzeder schnitt ihm das unerteilte Wort ab. Die Vorwürfe bezeichnete der Bürgermeister als „Verschwörungstheorien“. Fakt ist allerdings: Der Freistaat wird eine Sanierung der Philharmonie im Gasteig nicht mitbezahlen, nun, da sich das BR-Symphonieorchester dort erklärtermaßen nicht binden will. Die Stadt muss die Kosten im zweistelligen Millionenbereich also alleine schultern.

Ob der Freistaat seinen eigenen Saal am Wunschstandort Deutsches Museum so ohne Weiteres realisieren kann, ist nach der Mitteilung des Museumskuratoriums allerdings fraglich. Kracht und Salfeld schrieben: Das Gebäude müsse auch „das geplante Großplanetarium, den multifunktionalen Konferenzsaal sowie das Haus der Europäischen Wissenschaften beherbergen“. Zwar hat das Kuratorium zugestimmt, dass der Freistaat den Bau und eine etwaige Konzeption prüft – Ergebnisse sollen im Sommer bekannt gegeben werden –, doch setzt die Realisierung des Projekts eine Zustimmung des Kuratoriums mit Zweidrittel-Mehrheit voraus.

Johannes Löhr

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