Die Kraft der Bilder

- Vom Schrecken des Geschehens, vom Grauen des Erlebten, von der Endlosigkeit der Trauer und von der Kraft der Bilder: "Ins Herz getroffen" - das ist ein Buch, das einen nicht kalt lässt. Der New Yorker Terroranschlag vom 11. September 2001 - ein Datum, das die Welt veränderte.Jeder erinnert sich an die Fernsehberichte vor einem Jahr. Von ganz anderer, heute vielleicht intensiverer Wirkung sind die Zeitungsbilder und -beiträge der "New York Times."

<P></P><P>Die besten Fotos, die berührendsten Reportagen, die dort seit dem 11. September zu diesem Thema erschienen sind, wurden nun in einem großen Band zusammengefasst. Und man geht noch einmal den Weg der Katastrophe. In vier Kapiteln werden chronologisch die Geschehnisse des 11. September und der Tage, Wochen, Monate danach dargestellt. Das Weinen der Menschen, ihre Suche nach Angehörigen, das in diesem Moment bis zur Unkenntlichkeit deformierte Leben, die durch die Explosion weiß gekalkte Frau, die fliehenden Männer, der dichte Nebel, die über 300 umgekommenen Feuerwehrmänner, deren Porträts einen auf einer Doppelseite entgegenblicken. Dazu Zitate von Augenzeugen, aber auch Stimmen aus einer Moschee in Brooklyn.</P><P>Dann das Kapitel über die "Herausforderung im Ausland": Kampfjets auf dem Flugzeugträger, verschleierte Frauen bei der Lebensmittelzuteilung in Afghanistan, Taliban-Anhänger auf einer Kundgebung, die Toten der Schlachten, ein alter Mann am Straßenrand beim Beten. . . Bilder, die man sich immer und immer wieder anschaut. Gesichter, einzelne oder in der Masse, in denen man lesen kann wie in einem offenen Buch.</P><P>Ein Buch, das auf sehr beeindruckende Weise nicht nur Tod, Not und Trauer dokumentiert, sondern - ganz widersprüchlich - immer auch den grausamen Glanz der Realität.</P><P>Sabine Dultz</P><P>Howell Raines (Hrsg.): "Ins Herz getroffen - Der 11. September und seine Folgen". Heyne Verlag, München. 240 Seiten, 250 Fotografien, 42 Euro.</P>

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