Wagner-Deal offenbar fix: FC Bayern holt Stürmer aus Hoffenheim

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Die Kraft der Drei

- Kein Sender überträgt diesen illustren Talk: Ernst Pöppel hat Einstein, Picasso und den Mediziner La Mettrie zum Gespräch geladen. Seine Gäste sind allesamt tot, also tauschen sie in seiner Fantasie ihre Gedanken aus ­ mit der Auflage, "sich jeweils knapp zu fassen; wir haben nur 45 Minuten Sendezeit". Zwischen den Deckeln seines voluminösen Buches "Der Rahmen" entspricht das gut 16 Seiten, auf denen das Trio aus Wissenschaft und Kunst über die ordnende Kraft der Zahl Drei debattiert.

Der Münchner Hirnforscher wagt in diesem Opus magnum einen "Blick des Gehirns auf unser Ich". Er überträgt das Forscherwissen auf alltägliches Erleben und bringt diesen Spagat flott und süffig zu Papier. Anregend liest sich der Band schon deshalb, weil Pöppel in verschiedensten Häfen andockt: dem der Kunst und dem der Kniekehlen, der Klinik und der Kreativität. Eine Rundreise, die Grenzen sprengt.

Die Form passt zur These: So notwendig umgrenzende Rahmen für menschliches Denken und Handeln sind, so wichtig ist es, sie stetig zu erweitern. Kein Zufall, dass Einstein, Picasso und La Mettrie ausgerechnet über Dreier-Konstellationen reden: Zu Pöppels Feindbildern zählen verengte binäre Schemata, die Drittes unsichtbar machen. Überhaupt schert er sich nicht um gängige Erwartungen: Erst gruppiert er Verstorbene zu einer virtuellen Runde, dann fasst er nüchtern Basiswissen zum Aufbau des Gehirns zusammen. Manchmal freilich nervt die Attitüde des Unkonventionellen ganz schön. Weil Pöppel auch seine Innensicht einbringen will, streut er penetrant häufig allzu Persönliches ein, gerne in Klammern.

Nach der Lektüre des Kapitelchens über Goethes "Faust" etwa weiß der Leser, dass die Hexenküche heute als Bild für Multimediawelten und magisches Denken taugt ­ und er weiß, dass Pöppel früher Marineoffizier werden wollte, seinen Kindern mit Freude vorlas und mit Auswendiglernen sein Gedächtnis schulte. Dann beklagt er sein Laiendasein: "Ich wünschte mir, es wäre anders, doch bleiben mir die Künste fremd." Larmoyanz, die den Lesegenuss leider trübt.

Ernst Pöppel: "Der Rahmen".

Hanser Verlag, München, 552 Seiten; 25,90 Euro.

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