Kraftvolle Wiederkehr - Ausstellungen schildern die Geschichte der Straubinger Synagoge

Straubing - Mit zwei Ausstellungen wird in den kommenden Monaten in Straubing an die hundertjährige Geschichte der örtlichen Synagoge erinnert. Die 1907 eingeweihte Straubinger Synagoge zählt zu den wenigen jüdischen Gotteshäusern in Bayern, die die Zeit der Nazi-Diktatur überstanden haben.

Das Gäubodenmuseum in der niederbayerischen Stadt zeigt vom Donnerstag (8. November) an die Schau "Haus des Gebets" über das wechselhafte Schicksal des repräsentativen Bauwerks. Ergänzend wird bis 3. Februar 2008 die Wanderausstellung "Juden in Deutschland heute" mit Bildern des US-amerikanischen Fotografen Edward Serotta präsentiert.

Nachdem die jüdischen Bürger von Straubing bereits im 14. und 15. Jahrhundert aus der Stadt vertrieben wurden, wurde die Straubinger Israelitische Kultusgemeinde 1897 neu gegründet. Zehn Jahre später wurde im neoromanischen Stil die Synagoge fertiggestellt.

In der Pogromnacht vom 9. November 1938 wurde zwar auch die Synagoge geplündert und verwüstet. Im Unterschied zu anderen Orten wurde in Straubing das Gebäude selbst aber nicht zerstört. Schon bald nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Gotteshaus von Überlebenden der Konzentrationslager wieder eröffnet. Bis heute handelt es sich um die einzige Synagoge in Niederbayern.

Wegen des Zuzugs von vielen Juden aus der früheren Sowjetunion hat Straubing heute die zweitgrößte Israelitische Gemeinde in Bayern. Rund 1750 Mitglieder gehören zu der Glaubensgemeinschaft, nur die Münchner Israelitische Kultusgemeinde ist in Bayern noch größer. Die Ausstellung über die Geschichte der Straubinger Synagoge wurde in Zusammenarbeit mit der Bet Tfila-Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa an der Technischen Universität Braunschweig erstellt. 

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