Kraftwerk auf Turbostufe

- Also wann beginnen die Münchner Opernfestspiele jetzt genau? Mit der Festspielnacht an diesem Samstag in den Fünf Höfen? Mit dem Festvortrag am Montag? Oder mit der großen, Roben- und Smoking-trächtigen Premiere am Dienstag? So genau lässt sich das nicht bestimmen. Tatsache ist: Das Kraftwerk Oper läuft in den kommenden Wochen auf Turbostufe. Und die Bayerische Staatsoper brüstet sich dazu mit den passenden Zahlen: drei Premieren, 18 verschiedene Produktionen, inklusive Konzerte und "Festspiel +" über 50 Vorstellungen innerhalb von 35 Tagen.

Erste "Premiere" ist ein Einkauf: Die entfernteren Nachbarn von der Stuttgarter Staatsoper zeigen am kommenden Montag ihre Produktion von Karl Amadeus Hartmanns "Simplicius Simplicissimus" im Prinzregententheater. Anlass ist der 100. Geburtstag des 1963 verstorbenen Münchner Komponisten; Kwamé´ Ryan steht am Pult, Claudia Mahnke übernimmt die Titelrolle, Christof Nel inszenierte. Zuvor hält Jan Philipp Reemtsma, Chef des Hamburger Instituts für Sozialforschung, den Eröffnungsvortrag. Sein Thema: "Die Welt als Irrtum".Tags darauf präsentiert die Staatsoper ihre große Eigenproduktion: Giuseppe Verdis "La forza del destino" (Die Macht des Schicksals), inszeniert von Dauer-Regisseur David Alden und dirigiert von Fabio Luisi. Ex-Mezzosopranistin Violeta Urmana setzt damit als Leonora ihre Soprankarriere fort, Frank Porretta singt den Alvaro, Mark Delavan den Don Carlo, Kurt Moll ist schon wie bei der letzten Premiere dieses Stücks 1984 (Regie damals: Götz Friedrich) als Padre Guardiano dabei.Mit der dritten Premiere (17. Juli) bekommen Barockfans neues Futter: Christof Loy, der hier mit fulminanten Arbeiten von "Saul" und "Roberto Devereux" glänzte, überarbeitete seine Hamburger Produktion von Händels "Alcina" fürs Prinzregententheater. Auf der Bühne sind unter anderem Anja Harteros und Vesselina Kasarova zu erleben, im Graben steht - wer sonst bei diesem Komponisten - Ivor Bolton.Traditionell werden dazu Produktionen des laufenden Repertoires vorgeführt, darunter die beiden bisherigen Arbeiten von Loy ("Roberto Devereux" natürlich wieder mit Edita Gruberova), Verdis "Otello" mit Barbara Frittoli und José´ Cura, "Faust" mit Rolando Villazon, "Romé´o et Juliette" (beides Gounod) mit Angela-Maria Blasi und Marcelo Alvarez sowie August Everdings kürzlich aufgefrischte "Zauberflöte". Überdies gibt es mehrere Liederabende, unter anderem mit Magdalena Kozená´, Ian Bostridge und Kurt Moll.Dass die Festspiel-Tickets nicht gerade verramscht werden, ist bekannt. Deshalb wurde auch vor einigen Jahren "Oper für alle" ins Leben gerufen: Kunstgenuss gratis und im Freien. Am 9. Juli wird Verdis "Rigoletto" live auf den Max-Joseph-Platz übertragen. Und am nächsten Tag geben Zubin Mehta und das Bayerische Staatsorchester auf dem Marstallplatz ein Konzert. Gespielt wird ausschließlich Richard Strauss - also garantiert Bajuwarisches.

Infos über das genaue Programm und über Restkarten unter www.staatsoper.de.

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