Wie kriege ich das komisch

- "Es ist mein erster Preis - was ihn natürlich besonders schön macht." Pascal Breuer ist voller Freude. Denn die Leser dieser Zeitung haben für ihn votiert. Zusammen mit Gerhard Polt und Vesselina Kasarova wird ihm in der kommenden Woche die Trophäe überreicht - der Merkur-Theaterpreis.

Zur Feier des Tages wird der gebürtige Münchner Pascal Breuer eigens seine Arbeit im Berliner Synchronstudio unterbrechen und nach Hause kommen. Bollywood - in diesen Filmen ist er die Stimme von Shah Rukh Khan, des Brad Pitt Indiens - muss warten.

Mit Synchron befasst sich der Schauspieler viel, ebenso mit Synchronregie. "Das ist ein ganz anderes Medium, das man auch erst lernen muss. Da steht einem ja nur die Stimme zur Verfügung. Doch wenn man dem Schauspieler die Stimme nimmt, nimmt man ihm fast alles. Also als Synchronsprecher muss ich versuchen, ihm mit meiner Stimme die Seele zurückzugeben."

Pascal Breuer, Kind einer alten Theater- und Filmfamilie, das am 26. Juli 40 Jahre alt wird, gehört als Schauspieler heute zum Stamm-Ensemble von Margit Bönisch und ihrer Komödie im Bayerischen Hof. In mehr als zehn Inszenierungen hat er dort maßgeblich mitgespielt - von "Ein Glas Wasser" über "Avanti, Avanti" bis zum "Priestermacher" und der "Feuerzangenbowle". Zuletzt hatte er mit "Ladies Night" das Publikum ganz aus dem Häuschen gebracht.

Neue Angebote gibt es genügend, aber nur wenige nimmt Pascal Breuer an. Er will sich Spielraum lassen, denn: "Die Erfahrung hat mich gelehrt: Wenn etwas gut ankommt, spielt man eine Sache doch über mehrere Jahre." Beispielsweise eine Aufführung wie "Der Priestermacher": Sie gehört quasi zum immer wieder aufgenommenen Repertoire des Bönisch-Imperiums, das neben der Komödie im Bayerischen Hof ein großes Tourneeprogramm umfasst.

Und dieser Prinzipalin will Breuer auch in Zukunft treu bleiben: "Ich spiele sehr gern bei ihr, das ist wie ein Zuhause. Auch fühle ich mich ihr ein bisschen verpflichtet."

Und nie Lust auf einen klassischen Helden? Pascal Breuer: "Ganz ehrlich, nein. Ich werde schon ab und an von Kollegen gefragt: Was, du spielst immer noch Boulevard? Darauf sage ich nur: Kinder, das müsst ihr erst einmal können! Dass Boulevard flach, einfach und wertfrei sei, diesen Hautgoû^t hat die Komödie nur bei uns. Aber wenn ich ein ernstes Stück lese, denke ich als erstes: Wie kriege ich das komisch?" Und wenn er Komödie spielt?

"Da gehören natürlich wie bei einer Tragödie die Emotionen dazu. Sie verleihen der Komödie erst eine gewisse Tiefe. Wenn man auf die Emotionen verzichtet, nimmt man sich die Fallhöhe. Es ist schon so: Es gibt gute und schlechte Lacher. Nicht alles, womit man Lacher erzielt, ist automatisch gut. Das Beste ist immer eine Tragikomödie."

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