Kriemhild und Brünhild rücken bei Nibelungen-Festspielen ins Zentrum

- Worms - Bei den Wormser Nibelungen-Festspielen sollen in diesem Jahr die Frauenfiguren eine stärkere Rolle spielen. Kriemhild und Brünhild sollten ins Zentrum der Inszenierung gerückt werden, sagte die neue Regisseurin Karin Beier am Dienstag in Worms.

<P>Die Theaterregisseurin wird vom 14. bis 28. August vor dem Wormser Dom die klassische Nibelungen-Version von Friedrich Hebbel inszenieren. Bis auf Götz Schubert habe das Ensemble des vergangenen Jahres mit Manfred Zapatka, Maria Schrader und André Eisermann zugesagt.</P><P>Die 38-jährige Beier sagte bei ihrer Vorstellung, sie sei "wie die Jungfrau zum Kinde" zu den Nibelungen gekommen. Der "hochgradig spannende" Hebbel-Text, das hochkarätige Ensemble und die imposante Kulisse des Wormser Doms habe sie aber das Angebot von Intendant Dieter Wedel schnell annehmen lassen. "Man müsste fast schon blöd sein, um nicht darauf zu reagieren", sagte Beier, die bisher unter anderem am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und am Wiener Burgtheater arbeitete. Von März an wird sie in Basel "Cosi fan tutte" inszenieren, ehe im Juli die Proben in Worms beginnen.</P><P>Während 2002 und 2003 in Worms eine moderne Nibelungen-Version von Autor Moritz Rinke aufgeführt wurde, arbeitet Beier mit dem im 19. Jahrhundert entstandenen Stück von Hebbel. Die rund zehn Stunden lange Ursprungsversion soll auf drei Stunden gekürzt werden. Dabei wolle sie dem Unrecht, das Brünhild und Kriemhild widerfährt, eine besondere Aufmerksamt geben, kündigte Beier an.</P><P>Im kommenden Jahr soll die Inszenierung Beiers wiederholt werden, ehe Wedel 2006 eine neue Version des Stücks von Moritz Rinke inszenieren will. Die Stadt Worms gewährt in diesem Jahr für das Open-Air-Ereignis mit Etat von 2,4 Millionen Euro einen Zuschuss von 575 000 Euro.</P><P>www.nibelungenfestspiele.de</P>

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