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Die Autoren Michael Kobr (r) und Volker Klüpfel mit ihrem neuen Roman "Schutzpatron".

So gut ist der neue Kluftinger

München - „Ocean’s Eleven“ – mitten im Allgäu. Endlich erscheint der aktuelle Fall des Allgäuer Kult-Kommissars Kluftinger. Auf was sich Fans beim neuen Krimi freuen dürfen:

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Unterwegs auf Kluftingers Spuren

Ließen sich die Kult-Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr bei ihrem vorherigen Werk von Krimi-Queen Agatha Christie inspirieren, treten sie nun mit dem sechsten und aktuellen Fall des kauzigen Kommissars Kluftinger eindeutig in die Fußstapfen der „Heist-Movies“ (von engl. heist = ‚Raubüberfall’ ist ein Filmgenre, das zur Gruppe der Thriller gehört). So schildert der „Schutzpatron“ – ähnlich wie der Film „Ocean’s Eleven“ – die ausgeklügelte Planung, Durchführung und schließlich Aufklärung eines spektakulären Raubüberfalls: Eine Bande Gauner, von denen jeder auf seinem Gebiet Spezialist ist, will unter der Regie eines geheimnisvollen „Schutzpatrons“ einen prachtvollen Burgschatz stehlen – und das ausgerechnet in Altusried, dem Heimatort Kluftingers. Das ruft den Kommissar und sein bewährtes, mit liebevollen Schrullen versehenes Team auf den Plan, zumal „aus Versehen“ auch noch eine alte, all zu neugierige Dame ums Leben kommt.

Volker Klüpfel/Michael Kobr: "Schutzpatron", Kluftingers neuer Fall. Piper Verlag, 338 Seiten, 19,95 Euro.

Gewohnt witzig, kurzweilig und dennoch spannend lassen Klüpfel und Kobr ihren Klufti durch den Fall stolpern, garniert mit köstlichen Nebenhandlungen um die Hochzeitspläne seines Sohnes mit einer Japanerin, dem Diebstahl von Kluftingers geliebtem alten Passat und natürlich Begegnungen mit dem Ehepaar Langhammer. Dass diese Szenen von den Autoren dieses Mal nur sehr dosiert eingebaut wurden und letztendlich der Fall selbst, der bei allem Witz klug erzählt wird und alles andere als ein provinzielles Plagiat eines Hollywoodfilms ist, im Mittelpunkt steht, tut der Geschichte gut. So gut, dass der Leser fast enttäuscht ist, wenn er all zu bald auf den letzten Seiten des Buches anlangt. Und um so erfreuter, sobald er entdeckt, dass dort bereits angedeutet wird, wie es in einem siebten Fall des Kasspatzn liebenden und Haferlschuh mit Glückssocken tragenden Kommissars weiter gehen könnte. Schließlich hat Steven Soderbergh auch ein „Ocean’s Twelve“ und sogar ein „Ocean’s Thirteen“ gedreht. Das lässt Kluftinger-Fans hoffen.

Melanie Brandl

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