Krimifestival München

Zuschlagen lohnt sich

München - Das Krimifestival München bietet von 8. März an wieder jede Menge Nervenkitzel. Viele Termine sind bereits ausverkauft.

Alle wollen in den Knast. Zumindest für ein paar Stunden. Dann nämlich, wenn dort feinste Krimis vorgetragen werden. Und so sind die beiden Lesungen hinter Gittern, die im Rahmen des Münchner Krimifestivals heuer im Polizeipräsidium stattfinden, schon ausverkauft. Wie so einige der schauerlichen Programmpunkte – obwohl das Spektakel doch erst am 8. März beginnt.

Ja, die Deutschen lieben Krimis. Nicht nur zu jeder Sendezeit im Fernsehen, sondern auch als Bücher. Ob aus dem Allgäu, den USA oder Skandinavien – von überall her kommen in diesem Jahr wieder die Autoren mit der blutroten Feder nach München. Wer sich von ihnen eine Gänsehaut verpassen lassen möchte, muss sich sputen. Denn Karten gehen weg wie Beweise einer vertuschten Tat.

Für diese Zwei braucht’s besonders starke Nerven: Das schwedische Autorenduo Erik Axl Sund präsentiert mit „Krähenmädchen“, „Narbenkind“ und „Schattenschrei“ am 10. März nervenaufreibende Psychothriller – und wird damit dem Ruf seiner skandinavischen Heimat gerecht, deren Krimi-Schreiber sich ja nicht gerade durch Zimperlichkeit auszeichnen. Passend dazu auch der Tatort an diesem Abend: Die beiden Schweden lesen im Sektionshörsaal des Instituts für Rechtsmedizin in München.

Realitätsnah wird es, wenn am 13. März um 18 Uhr ein echter Kriminalhauptkommissar im Polizeipräsidium München auftritt: Norbert Horst liest dann aus seinem Roman „Mädchenware“. Der preisgekrönte Krimiautor hat in einigen Mordkommissionen gearbeitet und weiß, wie er seine Erfahrungen in packende Geschichten wandelt.

Was passt besser zu einem Krimi als ein blutroter Wein? Unter diesem Motto wird Michael Böckler ebenfalls am 13. März um 20 Uhr im Bücher-Café Lentner seinen Wein-Krimi aus Südtirol, „Mord in bester Lage“, vorstellen. Wem der Appetit nicht vergeht, kann zu den aufregenden Geschichten auch andere kulinarische Köstlichkeiten genießen: am 21. März beim Krimi-Frühstück mit Jessica Kremser zum Beispiel, die aus ihrem Chiemsee-Krimi „Frau Maier sieht Gespenster“ in der Stadtbibliothek Fürstenried liest, oder am selben Tag um 18 Uhr im Bücher-Café Lentner, wenn Andreas Pittler mit seinem Sammelband „Wiener Bagage“ zur Kaffeehaus-Lesung lädt.

Doch wie immer beim Krimifestival wird nicht nur gelesen. Wenn etwa Harry Kämmerer am 17. März im Theater Drehleier auf die Bühne tritt, dann gibt’s dazu Musik von Reinhard Soll an der E-Gitarre. „Harte Hunde“ heißt das Werk des Niederbayern, in dem er bissig wie ein Polizeihund, aber immer voller Heimatliebe über die Arbeit von Polizist Stefan Brandner erzählt.

Die internationalen Stars der Szene dürfen freilich auch heuer nicht fehlen. Weil die Thrillernacht mit dem Dänen Jussi Adler-Olsen am 22. März um 19 Uhr in der BMW-Welt ausverkauft ist, wurde ein Zusatztermin eingerichtet: Auch um 15 Uhr desselben Tages präsentiert er mit „Verheißung“ den neuen Fall für Carl Morck. Die deutsche Übersetzung liest Peter Lohmeyer.

Aus Amerika kommt Kult-Autor James Ellroy am 20. März nach München. Der fünffache Träger des Deutschen Krimipreises liest ab 20 Uhr im Amerikahaus aus seinem Roman „Perfida“ – seine deutsche Stimme ist an diesem Abend Heikko Deutschmann. Karten gibt es auch noch für die Buchpremiere mit Publikumsliebling Rita Falk: Am 23. April präsentiert sie ab 20 Uhr ihren neuen Franz-Eberhofer-Krimi „Zwetschgendatschikomplott“ im Circus Krone. Als besonderer Gast mit auf der Bühne: Schauspieler Christian Tramitz.

Bei diesem Festival gilt also, was sich so mancher Täter denkt: Zuschlagen lohnt sich.

Katja Kraft

Das Krimi-Festival wird unterstützt von Münchner Merkur/tz.

Karten und das komplette Programm unter www.krimifestival-muenchen.de.

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