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Eine Wachsfigur, die den Komponisten Ludwig van Beethoven (1770-1827) darstellt.

Kritik: Beethovenabend im Münchner Prinzregententheater

München - Beethovenabend im ausverkauften Münchner Prinzregententheater. Hier geht's zur Konzertkritik.

Hansjörg Albrecht ist ein Klangtüftler, der gleichsam zwischen den Stimmen stöbert, um die Partitur zu hinterfragen. Damit hat er dem renommierten Münchener Bach-Chor seit seinem Amtsantritt als Künstlerischer Leiter 2005/06 durchaus eine breitere Ausdruckspalette verschafft, vor allem bei der Durchsichtigkeit des Klangs.

Dass diese fruchtbare Arbeit nicht nur auf den Namenspatron gemünzt ist, zeigte ein reiner Beethovenabend im ausverkauften Prinzregententheater. In der C-Dur Messe op. 86 sorgte Albrecht für einen höchst nuancenreichen Spannungsbogen über die sechs Teile hinweg und legte großen Wert auf klare Akzente. Nichts Romantisches oder gar Schwelgerisch-Pathetisches; so hörte man endlich mal wieder bei Beethoven den Einfluss von Haydn. Gewiss war hier die Konzentration des Dirigenten auf den Chor nicht zu überhören: Das Vokalensemble sorgte etwa im Pianissimo oder den glasklaren Fugen für die schönsten Momente. Das Solistenquartett um Ann-Katrin Naidu (Alt), Bernhard Berchtold (Tenor) und Thomas E. Bauer (Bass) wurde von der kurzfristig eingesprungenen Sopranistin Katja Stuber mühelos ergänzt und fügte sich mit klarer Diktion in das wunderbar stimmige Kollektiv.

Der Cellist Adrian Brendel, die Geigerin Alina Pogostkina und die Pianistin Diana Ketler machten das Triplekonzert op. 56 zu einem kammermusikalischen Erlebnis. Einfühlsam aufeinander hörend und spontan reagierend, ließen sie diese „Sinfonia concertante“ auch gerne mal musikantisch-gutgelaunt aufleuchten, was das Orchester in seiner hier eher undankbaren Rolle geschickt aufnahm. So sollte es klingen, wenn die drei Soloinstrumente zusammen als primi inter pares auftreten.

Abschließend erklang noch die Chorfantasie op. 80, diese eigentümliche Zwitter-Gattung aus Klavierkonzert, Solofantasie und Kantate. Zwar hätte man der Pianistin hin und wieder weniger Pedalgebrauch und mehr Konzentration gewünscht, doch jener Gestus, der den Götterfunken der später entstandenen 9. Sinfonie vorweg zu nehmen scheint, wurde dadurch nicht getrübt, und so gab es am Ende vor allem eines: Freude!

Johann Jahn

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