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Lorin Maazel

Im Gasteig

Kritik: Münchner Philharmoniker mit Lorin Maazel

München - So war das Konzert der Münchner Philharmoniker mit Lorin Maazel im Gasteig. Die Merkur-Kritik:

Den Mut zu einem reinen Tschaikowsky-Programm muss man erst mal haben. Lorin Maazel und die Münchner Philharmoniker bewiesen ihn und brachten an einem Abend die Ouvertüre „Romeo und Julia“, das Violinkonzert und die fünfte Symphonie. Zu den typischen Ohrwürmern gehört etwa die zarte Melodie von Romeo und Julia, sehnsuchtsvoll von Englischhorn und Bratschen vorgetragen. Doch das ist nur eine Facette dieser Ouvertüre, in der so viel mehr steckt: Eindrucksvoll arbeitete Maazel den Kontrast zwischen den verfeindeten Familien heraus, die Wut war spürbar in den aggressiven Nonenklängen des Hauptthemas.

Gegen diese energiegeladene Ouvertüre wirkte das Violinkonzert fast ein wenig farblos und langweilig, zumindest in der Interpretation der amerikanischen Geigerin Jennifer Koh. Nahm sie den Anfang und das Thema in der tieferen Lage noch mit vollem, sattem Klang, war die Höhe allzu dünn und eindimensional. Zaghaft, fast schüchtern, zeigte sie sich im langsamen Satz, bevor sie im Finale in den schnellen, virtuosen Phrasen dann endlich auftaute.

So wirkt Musik auf unseren Körper

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Mit der fünften Symphonie fand der Abend in der gut verkauften Philharmonie im Gasteig seinen krönenden Abschluss, ein Triumph für Maazel. Mit höchster Präzision führt er durch das komplexe Werk, in dem Tschaikowsky über das Schicksal, seine Homosexualität und generell das Anders-Sein reflektiert. Bravourös zeichneten vor allem die Bläser in ihren zahlreichen Solostellen Tschaikowskys Gefühlswelt nach. Und im Finale skizzierte der Altmeister einen selbstbewussten, triumphierenden Tschaikowsky. Vielleicht eine Aussage im Rahmen der momentanen, unglücklichen Diskussion in Tschaikowskys Heimat?

Anita Svach

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