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Sido rappte am Donnerstagabend im Zenith.

Kritik zum Sido-Konzert: Braver Rap-Papi

München - Sido ist älter geworden - und seit einiger Zeit Papa. Am Donnerstagabend war er in München im Zenith. Die Kritik zu seinem Auftritt:

Das ist ne HipHop-Show. Damit’s auch jeder merkt, sagt Sido es lieber noch ein paar Mal. „Und was macht man auf so einer Show? Die Hände hoch!“ Die Fans im nicht vollen Zenith legen los.

Obwohl der Mann auf der Bühne ja gar nicht mehr so Ghetto ist, wie er sich gern gibt. Der einstige Junge von der Straße ist längst im Mainstream, spätestens seit seiner Nummer 1 mit Andreas Bourani. Und so gibt’s viel „Lala“- und „Ohoh“-Mitgröl-Gelegenheit.

Für die Leute, „die ein bisschen was Altes wollen“, haut er natürlich Songs raus wie Mama ist stolz oder Schlechtes Vorbild. Mit zwei alten Kumpels an den Turntables. DJs seiner „Gang“. Klar, Sido spielt mit den Klischees der Szene. Lässt einen Butler auf die Bühne kommen, der der ersten Reihe Jägermeister serviert und Spielgeld ins Publikum wirft; macht sich über Polizisten lustig, um immer wieder zu betonen, wie viel Scheiß er im Leben gebaut habe. „Aber egal. Amen, Alter.“

Die Bühnenshow mit Videoinstallation ist einwandfrei, bei Mein Testament steht er über einem Grabstein, unter Gewitterwolken. Es ist der stärkste Song des Abends, an dem sie sich hier alle mit ihm ihren Ärger aus dem Bauch brüllen. Wenn er dann aber Einspieler mit Alfons Schuhbeck oder seiner Frau zeigt, wirkt das alles zu bemüht witzig, seine Sprüche dann wieder zu angestrengt böse. Und damit am Ende ziemlich bieder. Gewollt Gangster, in Wahrheit braver Rap-Papi.

Katja Kraft

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