Intervention der Türkei gegen Konzertprojekt

Kušej: "An unserer Wortwahl wird sich nichts ändern"

München - Mit Unverständnis hat Martin Kušej, Intendant des Münchner Residenztheaters, auf die Intervention der Türkei bei der EU-Kommission gegen das Konzertprojekt "Aghet" der Dresdner Sinfoniker reagiert.

"Der Vorstellung, so ließe sich die künstlerische Auseinandersetzung mit historischen Tatsachen unterdrücken, darf unter keinen Umständen Raum gegeben werden. Leider ist genau das passiert", sagte Kušej dem "Münchner Merkur" (Dienstag). "Zu erwarten wäre doch gewesen, dass das Ansinnen des türkischen EU-Botschafters höflich, aber bestimmt und unter Hinweis auf die einschlägigen Grundrechte zurückgewiesen wird", erklärte der Intendant weiter. 

Am Residenztheater laufen derzeit die Proben zu „Die vierzig Tage des Musa Dagh“ nach Franz Werfels Roman, der den Völkermord des Osmanischen Reiches an den Armeniern thematisiert. Regisseur Nuran David Calis arbeitet dafür mit armenischen, türkischen und deutschen Schauspielern; Premiere ist am 13. Mai. Die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Künstler würden "sehr direkt Eingang" in die Inszenierung finden, kündigte Kušej im "Münchner Merkur" an: "An diesem besonderen Charakter des Projekts und seiner offenen Form wird sich nichts ändern. An der Wortwahl übrigens auch nicht."

Hier lesen Sie das vollständige Interview mit Martin Kušej

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Rubriklistenbild: © Konrad Fersterer

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