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Sänger Klaus Eberhartinger

Küss’ die Hand, EAV

München - Ja, gut: Die Erste Allgemeine Verunsicherung macht seit bald 35 Jahren immer das Gleiche. Aber das nunmal gut und so bereitet auch das neue Programm „Neue Helden“ Freude.

Die Themen, die die EAV im restlos ausverkauften Deutschen Theater zu München behandelt, sind dieselben, die sie seit je umgetrieben hat. Aber korrupte Politiker, menschliche Dummheit, Rassismus, Doppelmoral und – damit eng zusammenhängend – die katholische Kirche sind Dauerbrenner. Sänger Klaus Eberhartinger watscht sie alle wenig subtil, aber sehr unterhaltsam ab. Die Umstände machen es ihm leicht. Der praktizierte Dadaismus der österreichischen Musikkabarettisten wird gerade von der Wirklichkeit eingeholt, dafür rächen sie sich nun mit ätzendem Witz.

Manch einem mag das zu platt sein, aber die Dinge sind eben, wie sie sind: Für den jämmerlichen Zustand der katholischen Kirche oder des Finanzwesens kann die EAV nun wirklich nichts. Musikalisch haben sie ihre alten Hits ein wenig aufgepeppt und smart in einen neuen Zusammenhang gestellt. Selbstironisch haben sie manches kulinarisch umgetextet, weil Kochen gerade in ist („Was früher Gruppensex war, ist heute Rudelkochen“) und begeben sich dabei unerschrocken in die Tiefen des Nonsens. Gleichzeitig überraschen sie mit einigen hübschen neuen Liedern, wie etwa dem eher nachdenklichen „Beim Csejtai im Hof“ oder der Country-Hymne „Obama“. Keine Sekunde Langeweile und am Ende frenetischer Applaus. Die EAV wird es in 35 Jahren immer noch geben.

Zoran Gojic

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