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MM-Autor Markus Thiel.

Neues Konzerthaus?

Kulturkraftwerk für Aubing: Die Saal-Inflation

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München - So imponierend die Pläne für das "Philharmonische Kraftwerk Aubing" sind, so sehr fehlen dafür - noch - die künstlerischen Visionen. Ein Kommentar von Markus Thiel.

Hat jemand mitgezählt? Wieder eine Arbeitsgruppe für einen Münchner Konzertsaal, wie gestern vom Kabinett beschlossen, das hat etwas Inflationäres und lässt die Debatte ins Kabarettistische driften – auch wenn bis Jahresende alles klar gemacht werden und der endgültige Standort feststehen soll. Vor diesem Hintergrund hat der Umbau des Aubinger Heizkraftwerks zum Kulturzentrum, der am Wochenende in die Debatte geworfen wurde, etwas Verführerisches: Während der Freistaat seit über zehn Jahren an seinem Saalprojekt puzzelt, sind gerade ein Opernsänger mit Visionen und seine Financiers von der Firma Allguth locker trabend vorbeigezogen.

So imponierend das „Philharmonische Kraftwerk Aubing“ dank der Pläne auch ist, so fehlen doch dafür – noch – die künstlerischen Visionen. Und: Ob München einen weiteren, nämlich den vierten Saal verträgt, erscheint mehr als fraglich. Die Verantwortlichen auf Seiten des Freistaats sollten sich deshalb nicht in die Enge treiben lassen und ihr Projekt weiter verfolgen. Die Verhandlungen mit den privaten Investoren von Kultfabrik und Paketposthalle werden schwer genug. Gut vorstellbar, dass ihre Forderungen unannehmbar sind – und am Ende doch noch Konzerte im Finanzgarten stattfinden.

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