Langfristiger Vertrag für Bierofka - „Nur der Anfang dieser positiven Entwicklung“

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Kunst in 24 Containern

- Auch wenn das Nationaltheater weiterhin unbeirrt den Münchner Max-Joseph-Platz beherrscht: Die Bayerische Staatsoper ist weg. Rund 13 000 Kilometer entfernt, und das noch bis zum 11. Oktober. Dass fast der gesamte "Inhalt" eines Hauses ausfliegt, hat einen wichtigen Grund: die fünfte Japan-Tournee des Ensembles. Im Gepäck sind drei Produktionen - zweimal Wagner, "Die Meistersinger von Nürnberg" in der Inszenierung Thomas Langhoffs plus David Aldens "Tannhäuser", sowie Händels "Ariodante".

Normalerweise denken die japanischen Veranstalter in Schubladen. Ein deutsches, ein bayerisches Opernhaus, da will man natürlich am liebsten Wagner "buchen". Ein Gastspiel-Werk von Händel scheint da die Ausnahme - und ist wohl den Überredungskünsten von Sir Peter Jonas zu verdanken, dessen Intendanten-Ära sich unter anderem über den Barock definiert.

Premiere in Japan ist am kommenden Samstag in Tokio mit den "Meistersingern", tags darauf wird Aldens "Tannhäuser" erstmals in Yokohama gezeigt. Probleme sind bei dem schwierigen Transport nicht aufgetaucht. "24 Seecontainer, Luftfracht und Personal sind unversehrt und pünktlich angekommen", ließ PR-Chefin Ulrike Hessler wissen. Ein aufwändiges Unternehmen also, müssen doch nicht nur Dekorationen für drei Inszenierungen, sondern rund 500 Instrumente und 436 Staatsopern-Mitarbeiter nach Fernost gebracht werden. Trotzdem reißt der Kraftakt kein Loch in den Etat. Ulrike Hessler: "Die Finanzierung wird vom Veranstalter NBS Japan Performing Arts Foundation übernommen und ist ein Plus-Geschäft für die Bayerische Staatsoper." Hinter dem komplizierten Firmennamen verbirgt sich der 72-jährige Impresario Tadatugu Sazaki, der schon seit langem West-Ensembles nach Japan holt und damit künstlerische - und finanzielle - Erfolge feiert.

Neben den drei Opernaufführungen geben die Münchner noch Konzerte. Eines, ein Strauss-Programm, wurde bereits in Tokio gespielt. Am selben Ort, in der Suntory Hall, folgt noch Mahlers dritte Symphonie. Schwerstarbeit also für Zubin Mehta: Bis auf "Ariodante", bei dem Ivor Bolton am Pult steht, leitet der Münchner GMD alle Abende. Doch das scheint Mehta nicht besonders schlimm zu finden, hat er doch anlässlich des letzten Japan-Gastspiels gesagt, er dirigiere lieber, als mit seiner Frau stressige Urlaube zu verbringen.

Weitere Berichte über das Japan-Gastspiel in der nächsten Woche.

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