Kunst im Dienst des Tötens

- Print wirkt - bis heute. Auch 70 Jahre nach dem Beginn des Spanischen Bürgerkriegs am 17. Juli 1936 erzeugen die Plakate dieser Zeit im Betrachter eine beklemmende Mischung aus Irritation und Beschämung. Dieser Kunst im Dienst der demokratisch legitimierten spanischen Regierung widmet das Münchner Instituto Cervantes nun eine Ausstellung (Eröffnung: 30. Juni; 19.30 Uhr) mit 118 unter dem Diktat des Krieges entstandenen Plakaten.

Der Zweck der experimentell-abgründigen Werke, die alle zeitgenössischen Stile wiederspiegeln: Freiwillige für den Kampf gegen den Faschismus zu rekrutieren.

Zu sehen ist ein umfangreiches Inventar der spanischen Plakatgestaltung der 30er-Jahre, aus dem José´ Luis Bardasano mit über einem Dutzend Werken seiner figurativen Kunst hervorsticht. Ebenfalls jeweils mit etwa einem Dutzend Blättern vertreten sind der Designer Mauricio Amster und der im Werbesektor angesiedelte José Espert. Profis wie sie heben sich ab von der Masse der freiwilligen, amateurhaften Plakatgestalter, die anonym geblieben sind.

Gut vertreten sind in dieser Riege brillant verarbeitete Fotomontagen mit starker visueller Ausdruckskraft. Zu den herausragenden Arbeiten zählt die Serie über die flächendeckende Bombardierung der baskischen Stadt Guernica, die von der deutschen Luftwaffe in Schutt und Asche gelegt wurde. Die Plakatserie zeigt ergreifend Bilder von toten Kindern. Darüber hinaus kommen einige anonyme fotografische Collagen zur Geltung, die kompositorische Studien mit starker plastischer Wirkung darstellen.

Etwa eine großformatige Arbeit zum Thema Krieg und Frau, in der ein unbekannter Amateur etwa 30 Fotos in kühner und überraschender Weise zusammenfügte. Augenfällig: die große formale und inhaltliche Aktionsfreiheit bei der Illustration. Besonders berührend ein Werk, das bis zum Äußersten naiv gestaltet ist und dessen Titelparole "Alisté´mosnos" (Machen wir uns bereit) im Spanischen mit einem unübersehbaren orthografischen Fehler versehen ist.

Bis 25. August; Katalog: 24,50 Euro. Parallel dazu: internationale Tagung und Dokumentarfilmreihe; Infos unter Tel.: 089/ 21 80 55 80.

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