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Kunst als Weg zum Geist

- Dann und wann blitzt die charakteristische Kappe aus der dicht gedrängten Menge, mehr sieht man nicht vom unterhaltsam-zynischen Künstler im Mittelpunkt der neu eröffneten Art-Galerie Mensing. Ernst Fuchs selbst gerät angesichts dieser "ganz besonderen Ovation" ins Schwärmen: München sei königlich geblieben, sagt er bei der Vernissage im Preysing-Palais vis-à`-vis der Residenz.

<P>Seine Heimat Wien findet er im Gegensatz dazu gar nicht mehr kaiserlich. Obwohl er doch selbst seit vielen Jahren ein kunst-adliger Veredler der Stadt ist: als Mitbegründer der Künstlervereinigung "Hundsgruppe" (1950), als Mitglied des "Pintorariums" (gemeinsam mit Friedensreich Hundertwasser) und als einer der Hauptvertreter der "Wiener Schule des Phantastischen Realismus" (seit 1959). Gerade hat der Maler, Grafiker, Bildhauer und Architekt 75. Geburtstag gefeiert, das einstige Wunderkind sein 60-jähriges Dienstjubiläum! Jetzt ist er mit älteren wie neuen Ölbildern, Druckgrafiken und Zeichnungen in München zu sehen - umgeben vom bunten Galeriegemisch aus Chagall, Guldenstern, Britto oder Fazzino.<BR><BR>Er sei enttäuscht, dass nicht, wie angekündigt, eine Jazz-Band spiele, schäkert Fuchs, der das ideale Gesamtkunstwerk in Wort, Bild und Musik und damit einzig in der Architektur verankert sieht. Doch auch ohne Jazz und Architektur: Seine symbolistischen Bilder sind sphärisch klingende Gebilde aus fernen Welten. Und die sind eine Reise wert. Mythologie und Mystik nehmen ihren Ausgang in dunkel-verschlungenen, intensiv gefärbten Blumenarrangements (darunter auch die neusten Werke des Künstlers), reichen über dschungelartige Dickichte, aus denen sich Büsten und Torsi antiker Statuen winden, bis hin zu biblischen Szenen wie dem bekannten Doppelbildnis von "David und Batschebah" im zärtlich ineinander gefügten Profil. Oder wie Fuchs' Judith, die als nackte Barockschönheit im Regenbogenfarbenmeer über dem dunklen Haupt des Holofernes liegt, in der Hand das blitzende Schwert. Inmitten des grünen Inka-Reichs im Hintergrund: eine Engelsszene. Auf den grünen Kacheln im Vordergrund: ein Telefon mit abgehobenem Hörer. Die wunderbare Kunst bedarf keines Realitätskontaktes, mag das heißen. So offenbart Fuchs seine "innere Wirklichkeit". "Es lebe die Kunst, der Weg zum Geist!", ruft er zum Abschluss seiner Rede.</P><P>Bis 12. März. Mo-Fr 10-20 Uhr, Sa 10-18 Uhr, Residenzstraße 27. <BR><BR></P>

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