Die Kunst des Witzes und der Pointe

- Man kennt ihn vor allem aus Film und Fernsehen, den gebürtigen Münchner Robert Giggenbach. Nach Otto- Falckenberg-Schule und sechs Jahren am Schauspielhaus Bochum unter Claus Peymann war Franz Xaver Bogners Serie "Irgendwie und Sowieso" 1986 für ihn der Start zu einer TV-Karriere. Aber ganz untreu ist er dem Theater nie geworden.

Von heute an spielt er in der Münchner Komödie am Max II in Curth Flatows "Romeo mit grauen Schläfen" einen Filmhelden, der Alter und verlöschenden Ruhm nicht wahrhaben will. Für Giggenbach ist es ein erster Ausflug in den Boulevard: "Als Schauspieler ist es ganz wichtig, immer zu lernen, immer wieder neu in Frage zu stellen, was man tut." Und Giggenbach, in Text- und Begriffsanalyse firm, bringt auch gleich den Unterschied zu Staats- und Stadttheater auf den Punkt: "In einem Theaterstück, klassisch oder modern, geht es um eine Situation, im Boulevard vor allem um den Wortwitz. Es gibt da ganze Passagen, die nur wegen eines Gags geschrieben sind.

Und wenn dort existenzielle Spannung erzeugt, um Wahrheit gerungen wird und der Zuschauer beunruhigt werden darf, wird im Boulevard ganz schnell die Lösung der Spannung gesucht, die Auflösung ins Leichtverdauliche." Dieser ganz andere, auf Sprachwitz und Pointe, auf Leichtigkeit zielende Spielstil hat ihn jetzt gereizt. Die Kunst des Spielens, der Rolle, der Erschaffung einer Figur -Giggenbachs Terrain, zu dem der Sohn eines Münchner Kunstmalers aber erst über den Umweg eines Musikstudiums fand. Aber wie lebt es sich als 52-jähriger Freischaffender "in einer Zeit, in der Jugend absolute Priorität hat", wie Giggenbach selbst formuliert? "Gott, man muss es zunächst psychisch aushalten können, wenn eine Zeit mal kein Angebot kommt. Nicht jeder schafft das. Und generell gibt es für Männer zwischen 25 und 40 mehr Rollen als für Männer zwischen 40 und 60."

Werbewirtschaft und Einschaltquoten seien die bestimmenden Größen im Fernsehen. "Aber es gibt da auch ganz unterschiedliche Qualitäten. Ich habe einerseits absoluten ‚mainstream’ gedreht, aber auch Filme mit Kückelmann, mit Verhoeven oder Franz Bogner, die waren sehr substanziell. Da wurde jeweils ein interessantes Menschenbild vermittelt." Und der Flatow? "Das ist eine sehr lustige, sehr warme und herzliche Komödie, die von uns sehr direkt gespielt wird."

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