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Schwabinger Kunstfund

Kunstmuseum Bern veröffentlicht Liste mit Gurlitts Bilder

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Erst am Montag hat das Kunstmuseum Bern einen Vertrag mit Bund und Bayern unterzeichnet, was mit Gurlitts Werken passieren soll. Jetzt veröffentlichen die Schweizer die Liste mit den Bildern des Verstorbenen.

Cornelius Gurlitt hatte das Berner Kunstmuseum als Alleinerben für seine wertvolle Sammlung eingesetzt. Am Montag hatten Vertreter des Museums, der Bundesregierung und des Freistaats Bayern in Berlin eine Vereinbarung unterzeichnet, was mit den Bildern passieren soll. Darin war auch maximale Transparenz angekündigt worden.

Nachdem die deutschen Behörden auf der Internetseite lostart.de bereits 499 mutmaßlich geraubte Kunstwerke aus der Sammlung inseriert haben, hat das Berner Museum jetzt  eine Auflistung der Erbstücke veröffentlicht.

Museumsdirektor Matthias Frehner hatte sich im "Tages Anzeiger" auch zum kunsthistorischen Wert des Erbes geäußert, um den es viele Spekulationen gegeben hatte. "Die Sammlung ist überwältigend", sagte Frehner. "Sie ist zwar nicht hoch bedeutend, aber sie enthält einige Glanzstücke der klassischen Moderne."

Dem Museumsdirektor zufolge befinden sich unter den geerbten Gemälden eine großformatige Landschaft von Paul Cézanne aus dem Jahr 1847 und ein Gemälde von Claude Monet aus dem Jahr 1903 mit dem Titel "Waterloo Bridge im Nebel". Weitere wertvolle Kunstwerke stammen demnach von Paul Signac, Courbet und Gauguin. Bei einer späten Paris-Ansicht von Pissarro handele es sich "ohne Zweifel um Raubkunst". Frehner sagte: "Da ist man als Kunsthistoriker im Wechselbad der Gefühle: Man hat ein großartiges Bild vor sich, aber auch die großen Probleme, die daran haften."

Gurlitt war Ende 2011 Zollfahndern bei einer Zugfahrt wegen einer von ihm transportierten hohen Bargeldsumme aufgefallen. Bei einer deswegen veranlassten Hausdurchsuchung entdeckten Ermittler im Februar 2012 in seiner Schwabinger Wohnung in München mehr als 1200 Gemälde, darunter Werke von Chagall und Matisse. Hunderte weitere Bilder befanden sich in Gurlitts Salzburger Haus.

mit AFP

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