Kunterbuntes Treiben

- Wie gut, dass nicht jeder von uns in der Haut, besser gesagt im Holz von Pinocchio steckt. "Dann hätten wir auf der Welt 'nen ganz schönen Nasensalat." Pinocchios Herkunft liegt in einem kleinen toskanischen Städtchen, und dort (und im Circus Krone) spielt auch Christian Bergs und Konstantin Weckers gleichnamiges Kindermusical um das hölzerne Bengele, dem bekanntlich bei jeder Lüge die Nase ein Stück länger wird. Er ist das selbst gefertigte Wunschkind des Holzschnitzers Gepetto, das lernen muss, gut und ehrlich zu sein, damit die Fee Antonella es zu einem richtigen Menschen macht, ihm Fleisch und Blut und eine normale Nase schenkt.

<P>Bis dahin muss Pinocchio, im Harlekin-Kostüm munter dargestellt von Regisseur Berg, noch viel lernen: Eine Mütze gehört nicht auf den Fuß, Redensarten darf man nicht wörtlich nehmen, und in die Schule gehen müssen alle Kinder. Bereits kurz nach der "Geburt" stellt er seinem "Papa" die wichtigste Frage: "Kann man auch ein guter Mensch werden, wenn man arm ist?" "Natürlich", lautet die Antwort, die sich Pinocchio besser zu Herzen genommen hätte, dann wäre ihm so manches erspart geblieben. Katrin Wölfle und Miriam Lotz spielen den verführerischen Fuchs und Kater in der wunderbar präzisen Körpersprache der Commedia dell'Arte. Dazu die sehr vielseitigen, doch immer italienisch anmutenden Songs von Konstantin Wecker: eingängige Melodien mit gewitzten Texten zum Mitsingen und -tanzen (Choreographie: Caroline Will) und Rhythmen, von Boogie bis Rumba. <BR><BR>Die Inszenierung sprüht vor Lustig- und Lebendigkeit - ein 15-jähriges Bühnenjubiläum wird gefeiert. "Pinocchio" war das erste Musical des damals 22-jährigen Christian Berg. In diesem kunterbunten Treiben ist alles erlaubt, was Spaß macht. In all den schwungvollen Slapstick-Szenen und komischen Pointen stören nicht einmal die wohl unausweichlichen Euro-Teuro- und 1860er-Witze. Ein schwungvolles Mitmach-Musical eines jungen Ensembles, das auch am Ende seiner halbjährigen Tournee noch mit so viel Lust und Frische auf der Bühne steht, als höre es selbst die Geschichte von Pinocchio staunend zum ersten Mal. Eine italienische Reise, auf der Kinder wie Erwachsene nicht nur "Buon giorno" und "Buona sera" lernen.<BR><BR></P><P> </P>

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