Der Kuss des Prinzen

- In seiner Fernseh-WG hat er immer ein Zimmer für Gäste frei. Nun tourt Multitalent Götz Alsmann selbst wieder durch die Republik und quartierte sich dabei am Sonntag samt Band im Lustspielhaus ein, um auch dem Münchner Publikum sein neuestes Programm mit dem ebenso simplen wie poetischen Titel "Kuss" zu präsentieren. Eine Lehrstunde über die Liebe und die hohe Kunst des Küssens. Und dass er sich darauf versteht, das glaubt man dem Charmeur mit der windschnittigen Haartolle nach diesem Abend aufs Wort. Für seine ersten zaghaften Kussübungen musste zwar in Ermangelung brauchbarer Versuchsobjekte noch der Karpfen aus dem heimischen Kühlschrank herhalten, doch dieses Problem dürfte inzwischen überwunden sein.

<P class=MsoNormal>Wenn Götz Alsmann - ein Entertainer, wie er im Buche steht - erst einmal am Flügel Platz genommen hat, mit sanfter Stimme ins Mikrofon flüstert und mit flirtendem Blick in die ersten Reihen zwinkert, dürfte wohl mehr als nur eine kusswillige Dame im Publikum dahingeschmolzen sein. "Sie alle warten auf ihren Märchenprinzen. Nun, hier bin ich."</P><P class=MsoNormal>Zur musikalischen Rückendeckung hatte der westfälische Prinz eine vierköpfige Band im Schlepptau, mit der er als selbst ernannter Dr. Sommer des deutschen Jazzschlagers zu fetzigen Cha-Cha- und Mambo-Rhythmen über die Bühne swingt. Aber Alsmann kann auch ganz andere, sensible Töne anschlagen, wenn er etwa von Omas weihnachtlichen Besuchen erzählt oder in den traumatischen Erinnerungen an die ersten Tanzstunden schwelgt. Und mal ganz ehrlich, können wir davon nicht alle ein Lied singen? Götz Alsmann kann es auf jeden Fall, und spätestens nach der Pause, wenn er seine Version von Franz Lehá´rs Ohrwurm "Meine Lippen, sie küssen so heiß" anstimmt - den man so unter Garantie noch nicht gehört hat - liegt ihm auch der Letzte bzw. die Letzte im Publikum zu Füßen und hofft auf ein baldiges Wiedersehen. </P>

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