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Lachen bringt Massen

- Auf solch ein Jahr musste die deutsche Filmbranche lange warten: Die Kunststücke der Autorenfilmer wurden mit Anerkennung und Preisen reich belohnt, Komödien ließen die Kassen kräftig klingeln. Mehr als 30 Millionen Besucher lockten die deutschen Produktionen bisher vor die Leinwand. Das entspricht einem Marktanteil von deutlich über 20 Prozent und erbringt bis Silvester möglicherweise das beste Ergebnis des letzten Jahrzehnts.

<P>Die Grundlage für die gute deutsche Bilanz hat wieder einmal ein komischer Kauz aus Bayern gelegt: Michael "Bully" Herbig (36) sorgte zwei Jahre nach seinem Megahit "Der Schuh des Manitu" jetzt mit der schwul angehauchten Star-Trek-Parodie "(T)Raumschiff Surprise-Periode 1" für gute Laune bei mehr als neun Millionen Zuschauern. Das kunterbunte Lustspiel wurde nicht nur zum erfolgreichsten deutschen Film, sondern zum Kino-Hit des Jahres überhaupt.<BR><BR>Parallel dazu räumte der in Hamburg lebende Deutsch-Türke Fatih Akin (31) mit "Gegen die Wand" einen Preis nach dem anderen ab. Der Goldene Bär der Berlinale war nur der Auftakt: Den Hattrick komplett machte Akin mit dem Deutschen und dem Europäischen Filmpreis für das hoch emotionale Drama, das zudem noch einen sehenswerten Beitrag zur aktuellen Integrationsdebatte lieferte. Nachdem der Österreicher Hans Weingartner mit der deutschen Produktion "Die fetten Jahre sind vorbei" auch den "Bann" des Festivals in Cannes gebrochen hat, sieht der Hobby-DJ Akin für sich gute Chancen, im Mai mit seinem neuen Werk aus der Musikszene in Istanbul in Frankreich dabei zu sein.<BR><BR>Mehr Besucher als "(T)Raumschiff Surprise" hatte im 52-Wochen-Vergleich der Filmförderungsanstalt in Deutschland nur "Die Rückkehr des Königs" als Abschluss von Peter Jacksons großer "Herr der Ringe"-Trilogie. Doch der Film, der in der Oscar-Nacht mit elf Auszeichnungen triumphierte, hatte gut vier Millionen seiner insgesamt 10,4 Millionen Zuschauer bereits im vergangenen Dezember beeindruckt.<BR><BR>Bis Mitte Dezember konnten die deutschen Kinobetreiber nach Angaben der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen über 115 Millionen Tickets verkaufen. Dass mehr als jedes fünfte davon Geld für eine heimische Produktion einspielte, ist nach Ansicht von Branchenkennern auf die richtige Mischung von Kunst und Kommerz zurückzuführen.<BR><BR>Beliebte Kinderfilme</P><P>Zu den launigen Publikumslieblingen gehörten Otto Waalkes' "7 Zwerge - Männer allein im Wald" (6,3 Mio. Zuschauer) und die Edgar-Wallace-Parodie "Der Wixxer" (1,8 Mio.). Die Deutschen standen aber auch bei der ganz jungen Zielgruppe mit "Lauras Stern", "Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauen Eule" und "Das Sams in Gefahr" ganz hoch im Kurs. Alle drei Produktionen schafften es über die Millionen-Marke.<BR><BR>Klasse und Masse vereinte der wichtigste deutsche Film des Jahres in sich, Oliver Hirschbiegels Hitler-Studie "Der Untergang". In Feuilletons und Talkshows wurde er kontrovers diskutiert, im Kino schauderten 4,5 Millionen Menschen angesichts des Wagnisses, das Hitler-Darsteller Bruno Ganz eingegangen war.<BR><BR>Und Hollywood? Auch dort mischten die Deutschen kräftig mit. Wolfgang Petersen und Roland Emmerich festigten mit dem Historienepos "Troja" und der Umwelt-Apokalypse "The Day After Tomorrow" ihren Ruf als zuverlässige Regisseure für teure Kinoknüller. Ansonsten hat die Traumfabrik nur wenig frische Ideen und setzt auf bewährte Erfolgsformeln. Da ist es kein Wunder, dass gleich drei Fortsetzungen - "Harry Potter 3", "Shrek 2" und "Spider Man 2" - die Hitliste der weltweit erfolgreichsten Filme 2004 anführen. <BR><BR></P>

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