Feuerwehreinsatz auf Stammstrecke - S-Bahnen halten nicht am Stachus

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Die lässige Allüre der Eleganz

- Auch wenn wir ab jetzt in der Retro-Sentiment- & Kitschfraktion rangieren - die "Palast-Revue" von Max Raabe und dem Palastorchester, jetzt für kurze Zeit im Münchner Deutschen Theater, ist einfach phänomenal-hinreißend-toll. Publikum im Glückspillen-Rausch.

<P>Die Goldenen Zwanziger live? Eben nicht! Raabe filtert heraus, was geistreich und witzig ist am Unterhaltungsgenre der 20er - aus der elegant lächelnden Distanz eines bewundernden Raritätensammlers von heute. In dieser lässigen Allüre der Reduktion, brillantine-gepflegt in Frack und Fliege, hat man ihn schon letzte Saison im Münchner Prinzregentheater erlebt, nur mit Pianist Ian Wekwerth. Was schon stark war. Jetzt mit dem Orchester und der neuen Violinistin Hanne Berger - in schulterfreier Traum-Couture - kommt da ein satter, in allen Instrumenten nuancierter Bigband-Vollklang dazu.</P><P>Zwölf Supermusiker, auf gestaffelt ansteigendem Orchester-Olymp gut sichtbar in ihrer (Mit-)Spiellust, die könnerhaft leicht Raabes Reise mitmachen vom deutschen Varié´té´ Operetten-Gesangsgut über swingendes, jazzendes Chicago und New York bis zu den schmachtigen 50er-Jahre-Capri-Fischern.</P><P>Blendend ausgeleuchtete Pappkulissen und Schattenspiele schaffen Skylines und "Salomé´"-Exotik. Via Video tanzen Hanne Berger und Raabe direkt von der Bühne: "in den Himmel hinein". Und virtuell vervielfacht schweben über Hollywood-Filmtreppen die Chorus-Girls. Irgendwie charmant ihr Ballett-Elevinnen-Schmelz. Die "Weiße-Schwänchen"-Nummer ein Touch zu viel davon . . .<BR>Sonst aber hat alles Stil: Allein wie sich Raabe an den Flügel lehnt, unter temperiert mokantem Jalousie-Blick zum Balkon seine Nummern (jede anders gestaltet) moderiert, dabei so schön hintersinnige Denkhaken schlägt. Zu "Hallo, Daisy" kommt er über einen Brünhilde-Schauer-Comic - die Wörter seitlich aus dem Munde rollend.</P><P>"Chansons" und "Lieder" singe er nicht, nur Schlager. Aber die eben so unverschämt lakonisch, ironisch, lyrisch, liebevoll parodistisch, dass sie von ihrer U-Ebene abheben in ein ganz neues Genre. Qualitätssiegel M. R.</P>

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