News-Ticker zum Barcelona-Terror: Zahl der Todesopfer auf 15 gestiegen

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Landeanflug auf die Lachmuskeln

- "Ich könnte mit zweien von ihnen nicht leben", rechnet Bernhard in verträumter Scheinheiligkeit, "die dritte würde mir fehlen". Aber da hört die Mathematik des Gigolos auch schon auf. Sonst würde er wohl bemerken, dass sieben Türen einfach nicht ausreichen, um seinen drei Verlobten samt Haushälterin Berte samt Freund Robert ein Zuhause zu sein. Unter der Bedingung natürlich, dass die drei Verlobten einander im zentralen Halbrund des Flures nicht begegnen.

Hier, auf der Bühne der Komödie im Bayerischen Hof, eskaliert die komische Situation in den Köpfen der Zuschauer, noch bevor sie im Stück richtig aufgewacht ist. Während Bernhard vor seinem zugereisten Freund aus dem verschlafenen Uelzen noch groß und breit prahlt, wie leicht man sich mehrere Frauen nebeneinander halten könne, wenn sie nur alle Stewardessen verschiedener Linien seien, da hört man im letzten Bild schon die Türen schlagen, als würde die Kuckucksuhr zum Mittag rufen: Der Flugplan ist zum Fluchplan geworden, die drei Js - PAN-AM-Janet, Air France-Jacqueline, Swiss Air-Judith - sind gleichzeitig angereist, und Alexander Wussow in der Rolle des dreifachen Liebhabers erfriert nicht nur das charmante Lächeln auf den panischen Lippen. Auch sein Liebesprinzip vom "Hafen mit mehreren Schiffen", den er dem der Ehe vorzieht, erstarrt nun in alarmierendem Packeis.

Unter der Regie von Peter M. Preissler nimmt "Boeing Boeing" von Marc Camoletti den Landeanflug auf die Lachmuskeln der Zuschauer ziemlich schräg. Aber immer artig, auf den Punkt, ungefährlich. Julia Stelter, Katherina Mai und Martina Schütze gewähren mit amerikanischem, französischem und Schweizer Akzent süßen Träumen einen Freiflug. Und wie die Figur der resoluten Haushälterin Berte den Mittelpunkt von Bernhards Taubenschlag darstellt, so wirkt Heide Ackermann als kraftvoller komödiantischer Anker der Inszenierung.

Natürlich bedeutet Bernhards jäher Absturz auf seinem Schürzenjäger-Höhenflug noch nicht das Ende der Turbulenzen. Ein kleiner Gefühlssturm, und André´ Pohls tollpatschiges Landei Robert entwickelt sich zum Käpt'n. Ein paar zufällige Aufwinde, und Camoletti lässt alle seine Protagonisten schließlich doch noch im siebten Himmel schweben.

Bis 4. März, 20 Uhr. Karten: 089/ 29 16 16 33.

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