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Höhepunkt der Stunt-Show in der Bavaria Filmstadt: die lebende Fackel.

Bavaria Filmstadt beendet Stunt-Show

München - Gegen 12.45 Uhr endet an diesem Sonntag eine Ära. Klingt pathetisch? Das darf es auch. Gut 500 Menschen werden an diesem Tag den Akteuren der Stunt-Show auf dem Gelände der Bavaria Filmstadt in Geiselgasteig applaudieren. Es wird der letzte Applaus nach 22 Jahren sein.

Denn die Bavaria Film, zu der die Filmstadt mit ihrer Tour durch diverse Filmkulissen gehört, stellt ihre Stunt-Show ein. Die Halle, in der seit sechs Jahren die Vorführungen in einem nachgebauten New Yorker Straßenzug gezeigt werden (an besucherstarken Tagen dreimal täglich vor je 500 Zuschauern; Eintritt: neun Euro), wird für das rund 2000 Quadratmeter große „Bullyversum“ benötigt: Wie berichtet sollen die Besucher von Frühjahr an hier auf „eine interaktive und überraschende Entdeckungsreise rund um Deutschlands erfolgreichsten Regisseur, Schauspieler und Comedian Michael Bully Herbig“ gehen können, wie die Filmstadt stolz mitteilt.

Hoch über dem Auto: Stuntleute zeigen in der Show, wie sie arbeiten.

Verschwinden müssen dafür Mac Steinmeier und sein Team aus rund 20 Stuntleuten, Technikern und Moderatoren, die hier bislang in 45 spannenden, lustigen, krachenden Minuten Wissenswertes über ihre Arbeit vermittelten. „Wir sind natürlich wehmütig“, sagt der 1963 geborene Steinmeier, „nach so langer Zeit ist das ein trauriger Moment.“ Andererseits: „Wer hätte schon gedacht, dass wir die Leute 22 Jahre lang würden unterhalten dürfen. Das ist länger, als mancher zu Beginn dachte.“ Im Jahr 1989 konzipierte Steinmeier erstmals eine Show für die Filmtour, damals in jener Zechensiedlung, in der der Fernseh-Mehrteiler „Rote Erde“ gedreht wurde. 1996 folgte der Umzug in ein neues Freiluft-Areal, in dem ein US-Gefängnis als Kulisse aufgebaut wurde. Vor sechs Jahren dann wurde das Spektakel in die Halle verlegt - auch weil sonst das Risiko zu groß gewesen wäre, dass die Show mit ihren Explosionen, Schusswechseln und Auto-Stunts Dreharbeiten auf dem Gelände stört. Für viele der zwischen 400 000 und 500 000 Menschen, die jedes Jahr die Filmstadt besuchen, ist die Stunt-Show die größte Attraktion. „Das ist eine große Ehre“, sagt Steinmeier - „und dass wir eine direkte Resonanz vom Publikum bekommen, ist das, was uns wirklich Spaß macht“.

Doch auch wenn seine Show im kommenden Frühjahr nicht aus der Winterpause zurückkehren wird, will Steinmeier auf dem Gelände bleiben: Hier gibt es Trainingsmöglichkeiten für seine Mitarbeiter, die etwa schon für Daniel Craig, Hugh Grant oder Til Schweiger den Kopf hingehalten haben.

Zwar gingen die vergangenen 22 Jahre bei der Stunt-Show nicht verletzungsfrei über die Bühne, eine gebrochene Schulter und drei gebrochene Knöchel mussten verarztet werden - „unser größter Feind ist die Routine“, sagt der Teamchef. Doch Steinmeier bleiben vor allem die „vielen tollen Augenblicke“ in Erinnerung, allen voran, „dass wir so viele Leute unterhalten durften“.

Und wenn die goldene Regel Hollywoods, man solle einen Film mit einer Explosion beginnen und sich dann langsam steigern, auch bei der Bavaria-Filmtour Gültigkeit besitzt, wird man hier nicht allzu lange auf Steinmeiers Leute verzichten können: Denn das mit den Explosionen haben sie definitiv raus.

Michael Schleicher

Die Stunt-Show findet am heutigen Donnerstag, Freitag und Samstag jeweils um 12 Uhr und 13.30 Uhr sowie am Sonntag um 12 Uhr letztmals in der Bavaria Filmstadt statt.

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