Legenden, Stars und Albträume

- Den großen Brocken, die glamouröse Premiere gibt's später: Wagners "Walküre" bringt die Bayerische Staatsoper am Sonntag heraus - szenisch betreut von Hans-Peter Lehmann, der das Konzept des kürzlich verstorbenen Herbert Wernicke fortführt. Aber wie seit einigen Jahren üblich, so werden die Festspiele auch heuer mit einer eher intimen Produktion eröffnet. Hans-Jürgen von Boses "K.Projekt 12/14" (Uraufführung morgen im Cuvilliéstheater) ist gleichzeitig die erste Veranstaltung der Reihe "Festspiel +"

Die stellt inzwischen mehr als nur eine "Beilage" zum großen Festival dar. Obwohl von Bose Kafkas Texte benutzt, ist keine gängige Literaturoper entstanden. N ur mit einem Sänger (Christopher Robson) und einem Cellisten (Sebastian Hess) kommt der Komponist aus, benutzt Elektronik und Film-Projektionen und zielt - in der Regie von Robert Lehmeier - auf eine "farbige Klang- und Szenenfolge", die das Albtraumatische von Kafkas Werk widerspiegelt.<BR>14 verschiedene Opern-Produktionen werden im Rahmen der Festspiele gezeigt. Eine weitere Premiere: Igor Strawinskys "The Rake's Progress" (14. Juli, Prinzregententheater). Martin Duncan, in München schon für "Titus" und "Xerxes" verantwortlich, inszeniert, am Pult steht Ivor Bolton. Den Wüstling, der seine Anne (Dorothea Röschmann) sitzen lässt und schließlich im Irrenhaus landet, übernimmt Ian Bostridge, Superstar Bryn Terfel ist sein teuflischer Widersacher Nick Shadow. <P><BR>Kunst gratis oder "Oper für alle", auch eine schöne Münchner Tradition, steht gleich zweimal auf dem Programm: Am 25. Juli wird Händels "Giulio Cesare" live auf dem Max-Joseph-Platz übertragen, tags darauf Tschaikowskys "Pique Dame", in der Tenor-Legende Placido Domingo den Hermann singt.<BR>"Festspiel +" steht 2002 übrigens unter dem Motto "Über: Väter". Passend dazu: "Väter Unser", ein Produkt aus der Werkstatt des Schweizer Theatermachers Ruedi Häusermann, hat am 10. Juli in der Muffathalle Premiere. Weitere Theater-Projekte: "Am Ende ein Anfang" von Christian und Ute Mings (22. Juli, Reaktorhalle) sowie die Performance "Denn Bleiben ist Nirgends" von Hans-Peter Litscher (26. Juli, Akademietheater).</P><P><BR>Aus der Fülle von Konzerten einige herauszuheben, ist immer ungerecht, dennoch hier drei Höhepunkte: Jan Garbarek gastiert am 6. Juli im Nationaltheater, Uri Caine und Sepp Bierbichler nehmen sich am 15. Juli im Prinzregententheater Mahler-Lieder vor, und Wolfgang Sawallisch dirigiert am 28. Juli im Nationaltheater Beethovens "Missa Solemnis".<BR></P>

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