Leider zum Totlachen

- "All the Way to Bagdad" - das Münchner Residenztheater empfängt Passanten und Zuschauer mit einem an der Außenfassade über die ganze Hausbreite gezogenen Transparent. Darauf jener Satz, den die meisten kennen. Er zierte eine US-Kanone. Ein Foto das bereits um die Welt ging.

<P>Im Foyer des Residenztheaters ist dieses Bild dann noch einmal groß aufbereitet. Der Raum wurde umgestaltet, angepasst an die aktuelle, jeden bewegende Diskussion über Krieg oder Frieden. Dazu weitere Fotos zum Thema. Und Zitate. Vor allem des US-Präsidenten. Denkwürdige Aussprüche. Warum? Weil sie eher einem Kabarettisten zuzuschreiben wären als dem erstem Mann der USA.</P><P>Dass der Derartiges von sich gibt - leider zum Totlachen: "Wir bringen die Lösung zum Ende." Oder: "Nun, ich glaube, wenn du sagst, du machst etwas und machst es nicht, das ist Glaubwürdigkeit." Dazu: "Die große Mehrzahl unserer Importe kommt von außerhalb des Landes." Letztes Beispiel: "Auf jeden tödlichen Schuss kommen ungefähr drei nicht tödliche. Und, Leute, das ist in Amerika unakzeptabel. Es ist einfach unakzeptabel. Und wir werden uns darum kümmern."</P><P>Dies ist der Rahmen, in dem das Staatsschauspiel am Montag seine Protest-Lesungen gestartet hat. Eine halbe Stunde vor jeder Vorstellung verlesen Schauspieler des Ensembles Texte entsprechenden Inhalts. Darbietungen, die auch ohne Eintrittskarte zugänglich sind. Den Auftakt machten Stefan Hunstein und Thomas Loibl: mit einer Bush-Rede und der Antikriegs-Ansprache des Papstes. Dass das Foyer kurz vor Vorstellungsbeginn auch ein Raum der Unruhe ist, wurde von den Zuhörern der Lesung durchaus als störend empfunden. Man wird sich etwas einfallen lassen müssen.</P>

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