Leise Königin

- Auf den Plakaten wurde sie vollmundig als "New Queen of Jazz & Pop" angepriesen. Aber ganz so einfach macht es Rebekka Bakken dem Publikum bei ihrem Auftritt im Münchner Prinzregententheater dann doch wieder nicht. Denn in solche Kategorien kann man die Musik der Norwegerin kaum einordnen. Neben einer Prise Jazz und gefälligen Popmelodien sind in ihren Liedern auch deutliche Country-Anklänge zu hören. Eine Mischung, mit der Rebekka Bakken ihren ganz eigenen Stil findet.

<P>Vom in sich gekehrten, beinahe schon schüchternen Auftreten der Sängerin sollte sich niemand täuschen lassen. Denn unter der ruhigen Oberfläche brodelte es gewaltig, und wenn sie sich nach eher zurückhaltendem Auftakt warm gesungen hat, zieht sie das Publikum mühelos in ihren Bann und lässt es für den Rest des Abends nicht mehr los. Rebekka Bakken liefert sich ihrer Musik in jeder Minute aus und führte ihre ausdrucksvolle, samtige Stimme dabei zuweilen bis an ihre Grenzen.<BR><BR>Angereist war die Sängerin mit einer vierköpfigen Band, aus deren Reihen vor allem Gitarrist Steffa Astner mit seinen virtuosen Soloeinlagen hoch in der Gunst der Zuhörer stand. Rebekka Bakken selbst ist immer dann am überzeugendsten, wenn sie leisere Töne anschlagen und großen Gefühlen freien Lauf lassen kann. Wenn sie etwa, allein begleitet von Jesper Nordenström am Klavier, eine sentimentale Ballade anstimmt. Oder bei einer gesungenen Liebeserklärung an ihren Vater.<BR><BR>In diesen Momenten war keine "Queen of Jazz" zu erleben, keine glamouröse Diva, wie man aufgrund der gestylten Hochglanzfotos vermuten könnte, sondern einfach nur eine Frau, deren emotionsgeladener Gesang den Zuhörer tief in ihre Seele blicken lässt. Und das will vielleicht mehr heißen als jeder Adelstitel.</P><P><BR> </P>

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