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Lena, hier beim Konzert in Stuttgart am Dienstag

Zugabe auf "Fantasieschwedisch"

Konzertkritik: Nur noch ein bisschen Lena

München - Der Hype um Lena ist abgeflaut. Nun spielte sie in der nicht ganz ausverkauften Theaterfabrik in München, inklusive einer Zugabe auf "Fantasieschwedisch": die Konzertkritik.

Lena Meyer-Landrut hat auf den großen TV-Bühnen Europas gestanden, hat Deutschland beim Grand Prix zwei Mal repräsentiert, 2010 gar gewonnen. Mittlerweile ist der Hype um „unsere Lena“ allerdings abgeflaut. In München also musste sie sich mit der nicht ganz ausverkauften Theaterfabrik begnügen. Das Resultat ihrer Bemühungen: ein buntes, knapp zweistündiges Popkonzert für die gesamte Familie. Doch eines kann man trotz eines dicken, fetten Sympathie-Bonus‘ leider nicht verschweigen: Mit dem Singen und damit mit dem Richtige-Töne-Treffen hat sich Lena immer noch nicht anfreunden können.

Sie weiß um diese Schwäche. Die 21-Jährige ist eine feste, wenn auch nicht mehr unumstrittene Größe im Musikgeschäft. Was also macht frau dann, wenn sie live überzeugen muss? Manche würden vielleicht vorab einen Gesangslehrer konsultieren, Lena suchte in München nach Hintertürchen. Das ist völlig in Ordnung, nur kreativ war sie dabei nicht. Bevorzugt nämlich fiel sie bei schwierigen Passagen in ihren berühmt-berüchtigten Sprechgesang oder gar in einen für das jeweilige Lied oft unpassenden Flüsterton wie bei „Stardust“: Da schenkte sie sich und ihren fünf Kollegen kurzerhand das hohe Finale, stattdessen gab es Gehauche. Sexy klang das nicht, kindlich-naiv wohl eher. Apropos: Ihre Zugabe, ein Wiegenlied, brachte sie auf „Fantasieschwedisch“. Wollte sie damit mutig sein? Lustig? Oder einfach aus purer Lust an der Freude alle ihre nicht vorhandenen Gesangsqualitäten offenlegen? Man weiß es nicht. Jedes sechsjährige Mädchen könnte ihrer geliebten Oma am Heiligen Abend ein besseres Ständchen singen. Da rettete auch Lenas Charme nichts mehr.

Auf den allerdings konnte sie sich ansonsten immer brav verlassen. Nur sie schließlich kann so schüchtern-unsicher den Haarknopf auf- und sofort wieder zumachen und damit so süß kokettieren, um nur kurze Zeit später so frech und herrlich frei-schnauze zu plappern. Temperamentvoll ist sie schon – und passte damit perfekt in diesen Familienabend. Denn niemand anderes füllt die Rolle der großen Schwester besser aus als Lena herself.

Angelika Mayr

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