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Die Atrium-Halle des Lenbachhauses – Neu- und Altbau stoßen hier zusammen – war die Partyzone der Eröffnungsfeier. Von diesem Mittwoch bis Sonntag ist das Museum kostenlos von 10 bis 22 Uhr für jeden zugänglich.

Wiedereröffnung

Lenbachhaus: Vorgeschmack auf den Ansturm

München - Nach vier Jahren Bauzeit öffnete am Dienstag das Lenbachhaus in München wieder seine Pforten. Mit großer Spannung wurde die Wiedereröffnung der Städtischen Galerie in Lenbachhaus und Kunstbau erwartet. Eine Floskel – nein!

Wer den Andrang auf die Einweihung des um einen neuen Anbau erweiterten und generalsanierten Münchner Museums am Dienstagabend erlebt hat, weiß, was mit „großer Spannung“ gemeint sein kann. Die Gästeliste zählte fast 600 Namen – man bangte um die Kunstwerke. Ein Vorgeschmack auf den Ansturm, der ab jetzt zu erwarten ist, zumal der Eintritt bis Sonntag frei ist.

Oberbürgermeister Christian Ude unterhielt gewohnt launig die Neugierigen aus Kunst, Glaubensgemeinschaften, Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien (unsere Zeitung ist der Partner der Lenbachhaus-Eröffnung). Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung , war eigens aus Berlin angereist, denn ihr Haus hat mit zwei Millionen Euro die innovative LED-Technik der Galerie gefördert. Und schließlich erzählte Hausherr Helmut Friedel, der seit langen, langen Jahren die Modernisierung und Ertüchtigung vorangetrieben hatte, vor allem von den Sammlungen des Lenbachhauses, der konsequenten Arbeit daran auch während der vier Schließungsjahre und natürlich über die Schenkungen und Stiftungen: von Christoph Heilmann (Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts), Lothar Schirmer (Joseph-Beuys-Werke) und von dem anonymen Sammlerpaar der KiCo-Stiftung (Gegenwartskunst).

Gerade letztere erlebte die Gästeschar hautnah, denn die Reden, die erste Einführung fanden im Kunstbau statt. Hier sieht man eine Fülle von Kunst nach 1945, die stark von KiCo getragen ist. Die Präsentation von Gegenwartskunst setzt sich im Lenbachhaus fort. Und in das drängten, schon längst sehr ungeduldig, auch Schauspieler wie Brigitte Hobmeier, Bibiana Beglau und Felix Klare, Unternehmensvertreter u.a. von Stadtsparkasse, Osram und Munich Re, die dem Lenbachhaus verbunden sind, und natürlich Museumskonservatoren nicht nur aus München, sondern aus der ganzen Welt, vom Centre Pompidou über das Moskauer Puschkin-Museum bis zum Museum Moderner Kunst Wien.

Bilder: Wiedereröffnung des Lenbachhauses gefeiert

Lenbachhaus in München wiedereröffnet

Diese Fachleute inspizierten vor allem die Wirkung des neuartigen Lichtsystems, das sich jetzt bewähren muss. Viele Stimmen lobten die „Natürlichkeit“ der LED-Anlage, die im Wärme-Kälte-Bereich und in zahlreichen Farbtönen variiert werden kann. Einige Besucher bemängelten die teils zu kleinen Räume im Lenbachhaus. Sie würden von manchen Riesenformaten der aktuellen Kunst fast gesprengt. Die Säle mit den Werken der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ waren am meisten umlagert, sodass die Gäste erklärten: Da muss ich wiederkommen, um alles in Ruhe anschauen zu können. Am umstrittensten war Norman Fosters Architektur . Die Verkleidung der Fassade mit Messingstäben wurde geschmäht und gelobt, ebenso die große Halle, die den einen zu klobig war, die die anderen begeistert genossen.

Ab diesem Mittwoch kann endlich jeder mitreden: Zum Auftakt ist das Lenbachhaus bis Sonntag sogar bei freiem Eintritt von 10 bis 22 Uhr zugänglich.

Simone Dattenberger

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