Lennys Leistungskurs

- Etliche Fans von Lenny Kravitz, die am Samstag auf den Münchner Königsplatz kamen, dürften in den vergangenen Wochen die Ergebnisse ihrer Abiturprüfungen erhalten haben. Und in jenen erweckten die großen, meist leuchtenden Buchstaben "LK" Erinnerungen an das, was in den letzten zwei Jahren Teil des Schullebens war: Leistungskurse - rfür steht die Abkürzung im Schülerjargon. Nun gab es auch noch einen Intensivleistungskurs von Lehrer Lenny persönlich.

<P>In knapp zwei Stunden präsentiert er, auch wenn das Wort bei Stars dieser Größenordnung abgedroschen klingen mag, eine Retrospektive mit Liedern vom Beginn seiner Karriere ("Fear", "Let Love Rule", "Fields of Joy") bis zum aktuellen Album "Baptism". Mit seiner zehnköpfigen Band macht es ihm trotz miesen Wetters Spaß, seine Soul-Rock-Funk-Nummern bei allerfeinster Akustik vorzutragen. Der bekannte Schnulz bleibt beim Live-Erlebnis größtenteils auf der Strecke. Selbst wenn Kravitz anlässlich seines neuen Albums von Kritikern oft ein Hit-Strickmuster vorgeworfen wird: Welcher Künstler spielt heutzutage noch auf der Bühne Klavier, Gitarre und Schlagzeug? Welcher Künstler schreibt, produziert und arrangiert seine Lieder noch alle in Eigenregie? Und welcher Künstler, abgesehen von Robbie Williams, hat eine derart charismatische Ausstrahlung, dass ein Wackeln mit dem Allerwertesten die Fans in Ekstase versetzt?</P><P>Lehrer Lenny hätte für Musik und Show vom Schulrat sicherlich eine Eins mit Stern bekommen - und könnte sich nun für den Posten des Oberstudiendirektors bewerben.</P>

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