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Ran an die Seiten: So wie der kleine Luca werden zahlreiche Kinder und Jugendliche wieder die gerade gestarteten Sommerferien nutzen, um Bücher zu lesen. Ran an die Seiten: So wie der kleine Luca werden zahlreiche Kinder und Jugendliche wieder die gerade gestarteten Sommerferien nutzen, um Bücher zu lesen.

Lesestoff für die Ferien: Meerjungfrauen und zahme Drachen

München - Der Buchmarkt in den Sommerferien bietet für Kinder und Jugendliche allerlei Spannendes und Fantastisches. Es ist wieder so weit: Ende des Schuljahrs, Beginn der großen Ferien. Endlich können Schüler lesen, was gefällt und nicht, was der Lehrer vorschreibt.

Wir haben daher den Buchmarkt nach vielversprechenden neuen Kinder- und Jugendbüchern durchforstet und bieten eine kleine Auswahl für verschiedene Altersstufen.

Für die Jüngeren bieten Kinderkrimis in Großschrift Spannung, Geheimnis und Abenteuer. Da gibt es zum Beispiel für Mädchen zwischen acht und zwölf Jahren die hübsch aufgemachte Serie „Fiona Spiona" von Bettina Belitz. Fiona kann Gedanken lesen und mit dieser Gabe verschwundene Tiere aus der Nachbarschaft aufspüren, den Einbruch in eine Eisdiele aufklären oder den Geheimnissen eines alten Spukschlosses auf den Grund gehen. Den Geistertitel „A spooky bottom" gibt's übrigens auch bei Loewe in englischer Sprache (Zum Beispiel: Bettina Belitz: „Fiona Spiona: Falsch gedacht, Herr Katzendieb". Mit Bildern von Alexander Bux; Loewe Verlag, 75 Seiten;7,90 Euro).

Ein guter Tipp für Jungen im selben Alter ist die Serie „Jimmi Nightwalker" von Jürgen Banscherus - übrigens bei Random House ebenfalls in englischer Sprache zu haben. Plötzlich taucht Jimmi bei den drei Freunden Jojo, Murat und Mai Lyn auf - verdreckt, in schäbigen Kleidern und ohne Schuhe; er hat sein Gedächtnis verloren, aber eine spezifische Eigenschaft behalten: Er kann unheimlich schnell Bücher lesen, und genau deshalb sind ein paar finstere Herren hinter ihm her (Jürgen Banscherus: „Das Rätsel der schwarzen Herren". Mit Illustrationen von Thilo Krapp; cbj Verlag, 111 Seiten; 7,95 Euro). Die sympathische Jugendunterhaltung wendet sich mit der multikulturellen Zusammensetzung der Jungengruppe zugleich auch gegen Ausländer-Ressentiments.

In spielerischer Form baut auch die zauberhafte Geschichte von Tony DiTerlizzi „Kenny und der Drache" (cbj, 142 Seiten ; 12,95 Euro) Vorurteile ab: Ausgerechnet ein ängstliches Kaninchen schließt Freundschaft mit einem riesigen Lese-Drachen, der gern Schach spielt und Gedichte liebt. Es kommt eben nicht darauf an, wie man aussieht, sondern wie man ist - so lautet die Botschaft.

Für die Größeren gibt's Zirkuswelten, Meerjungfrauen, „Phobienasiums" und Umweltkrimis aus der Zukunft: Einen leicht lesbaren packenden Sommerroman bieten Noel Streatfeilds „Zirkusschuhe" (335 Seiten; Carlsen Verlag; 14,90 Euro). Die beiden Waisenkinder Peter und Santa wollen beim Zirkus ein neues Zuhause finden und müssen dafür viel lernen, um in dem bunten Programm ihren Platz zu finden. Das Buch vermittelt neben einer mitreißenden Geschichte auch einen Einblick in die Welt von Artisten, Akrobaten, Clowns und Dompteuren.

Liz Kesslers berühmtes Halbmeermädchen Emily („Emilys Rückkehr". 297 Seiten, Fischer Verlag; 12,95 Euro) braucht eigentlich nicht mehr groß vorgestellt zu werden. Der erste Band der Serie erlebte einen regelrechten Hype bei den jugendlichen Leserinnen; allerdings fallen die weiteren Bände leider etwas ab, doch könnte man auch mit „Emilys Rückkehr" noch vielen Mädchen eine Freude machen.

Schloss Summerstone ist eine Anstalt, in der Madeleine, Theo, Lulu und Garrison von ihren Ängsten kuriert werden sollen, also ein sogenanntes Phobienasium. Das Konzept gegen die völlig unterschiedlichen Ängste ist klar: Man bringt die Kinder in eine Situation, in der sie zusammenhalten müssen und ihren Phobien keinen Raum geben dürfen, und führt sie damit zur Heilung (Gitty Daneshvari: „Das Geheimnis von Summerstone - Die furchtlosen Vier". 304 Seiten, cbj; 14,95 Euro).

Nach „Groß-Schottland" ins Jahr 2216 versetzt schließlich Emily Diamand ihre jugendlichen Leser. Durch Klimawandel und Umweltkatastrophen ist das heutige Großbritannien längst untergegangen; Piraten überfallen ein Küstendorf und entführen die Tochter des Premierministers, der nicht die Täter, sondern das Dorf zur Verantwortung ziehen will („Flutland". 348 Seiten, Chicken House; 14,95 Euro). Wie beinahe alle hier vorgestellten Bücher ist auch dieser spannende Abenteuerroman der Beginn einer neuen Serie. Einzelveröffentlichungen im Kinder- und Jugendbuchsektor haben es offensichtlich derzeit in den deutschen Verlagen schwer.

Hildegard Lorenz

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