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Der letzte Band der "Fifty Shades"-Trilogie erscheint in Deutschland.

"Befreite Lust"

Letzter Band der „Fifty Shades“-Trilogie ist da

New York - Kein Buch hat in diesem Jahr für so viel Aufsehen und so gute Verkaufszahlen gesorgt wie „Fifty Shades“. Jetzt erscheint der dritte Teil in Deutschland.

Am Ende - nach drei Mal 600 Seiten Herzschmerz, Drama und vor allem Sex - bedankt sich die Autorin höchstpersönlich: „Das ist alles für dieses Mal. Danke, danke, danke fürs Lesen“, schreibt EL James - mit bürgerlichem Namen Erika Leonard - zum Schluss des letzten Bandes ihrer überaus skandalträchtigen und überaus erfolgreichen „Shades of Grey“-Trilogie. „Die Mutter aller Bestseller“ hat der Journalist Harald Martenstein die weltweit mehr als 50 Millionen mal verkaufte Reihe jüngst genannt. Für alle deutschen Fans, die abwarten konnten und sich nicht schon die englische Version gekauft haben, erscheint der dritte Teil am Mittwoch auf Deutsch: „Befreite Lust“.

Die Hauptfiguren - der stinkreiche und blendend aussehende Christian Grey mit Vorliebe für harten Sex und die naiv-liebenswerte Anastasia Steele, die dabei nicht ungerne mitmacht - sind nach langem Hin und Her endlich verheiratet und verleben glückliche Flitterwochen in Europa. Aber das alleine wäre natürlich noch keine Geschichte, und so müssen sie erneut durch allerlei Drama, Anfeindungen und Aufregungen hindurch, bis sie dann endlich wirklich zusammen glücklich bis ans Ende ihrer Tage werden können.

Untrügliches Gespür für Spannungsbögen

„Befreite Lust“ unterscheidet sich nicht wirklich von seinen beiden Vorgängern. Auch der dritte „Shades of Grey“-Band ist voller Klischees und wenig origineller Anschmachtungs-Abfolgen seiner Hauptdarsteller. „Die Wörter, die in "Shades of Grey" am häufigsten vorkommen, heißen eindeutig "blank", "Christian", "flehen" und "schockiert"“, schreibt Martenstein. „Ohne "blank", "Christian", "flehen" und "schockiert" wäre das von der Länge her höchstens eine Novelle.“ Die hochskandalisierten Sexszenen der oft als „Mütter-Pornos“ verspotteten Bücher ähneln einander nach wie vor ermüdend auffällig und irritieren durch ihre übertriebene Sauberkeit - „frische, saubere Laken“ dürfen nie fehlen.

Und trotzdem lesen sich auch die mehr als 600 Seiten des dritten Bandes schnell und unterhaltsam. EL James - eine Schottin, die ihre Geschichten zunächst im Internet veröffentlichte - hat als frühere TV-Produzentin ein untrügliches Gespür für Spannungsbögen, Cliffhanger und die Entwicklung von Figuren. Anastasia Steele ist einerseits fast schon langweilig brav, zeigt dann aber in den entscheidenden Momenten, dass doch mehr in ihr steckt. Und Christian Grey - einerseits „Gottes Geschenk an die Frauen“, andererseits „Fifty Shades of Fucked-Up“ (auf 50 Arten und Weisen völlig durchgeknallt) - ist James' Meisterwerk: völlig unberechenbar, selten langweilig und ein mit allen Registern romantischer Frauenfantasie entwickelter Traummann.

Schreiben sei nur ihr Hobby, sagte James jüngst in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Ich habe es für mich geschrieben, es sind meine Fantasien.“ Trotzdem hat sie laut „Forbes„-Magazin bereits ein neues Buch angekündigt, und auch darin soll es wieder heiß hergehen. Ob auch Christian Grey und Anastasia Steele mitmachen dürfen? „Ich finde, ich habe sie eigentlich in einer guten Situation zurückgelassen, aber wir werden sehen.“

dpa

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