Nach Messer-Mord in Neuhausen: Polizei sucht diese zwei Männer

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Leuchtendes Pathos

- Nicht irgendein August-Konzert durfte er dirigieren, sondern an prominenter Stelle, direkt nach dem traditionellen "Jedermann", die Salzburger Festspiele 2005 im Großen Festspielhaus einläuten. Christian Thielemann, GMD der Münchner Philharmoniker, widmete sich zusammen mit den Wiener Philharmonikern und Thomas Hampson nur einem Komponisten: Richard Strauss. Er ist nicht nur der größte Sohn von Thielemanns neuer musikalischer Heimat München, sondern einer der Ur-Väter der Salzburger Festspiele.

Für Strauss' jugendlichen Geniestreich, die Tondichtung "Don Juan" (nach einem Gedicht von Nikolaus Lenau), brachte Thielemann genau die richtige Mischung aus Ungestüm und jugendlicher Kraft mit, die den wagnerisch vorwärts drängenden Fluss dieser Musik zu immer neuen Höhepunkten trieb. Doch die vitale Lebendigkeit verdrängte keineswegs das feine Raffinement der Streicher oder die Geschmeidigkeit in den Übergängen. Da ließen sich die Wiener nicht lumpen. Konfrontiert wurde Strauss' Opus 20 mit Opus 30, der 1896 uraufgeführten Tondichtung "Also sprach Zarathustra", frei nach Nietzsche. Auch hier faszinierte, wie Thielemann bei aller Aufmerksamkeit fürs Detail, für feine Soli etwa oder aparte Klangkombinationen, das Ganze nie aus dem Blick verlor. Er fürchtete sich nicht vor dem leuchtenden Pathos, verbannte dennoch alles Abgedroschene und bewahrte die Spannung in weiten, sicher ausbalancierten Bögen. Das Großaufgebot der Wiener protzte mit Klangopulenz, ohne die Feinzeichnung zu vernachlässigen. Zwischen die wohlvertrauten, hier erfreulich differenziert ausgeleuchteten Tondichtungen setzte Thomas Hampson vier, kaum je zu hörende Orchesterlieder aus Opus 33 und 44. Mit seinem edlen, dabei üppigen Prachtbariton stimmte er den frühen "Hymnus" an und warf sich mit Überschwang in Goethes "Pilgers Morgenlied". Interessanter noch klangen "Nächtlicher Gang", schon stark an die "Elektra" gemahnend, und "Notturno" - ein weher, blechgesäumter, von einer Solivioline umspielter Amfortas-Gesang.Großer Applaus und Bravorufe, wofür sich Thielemann recht burschikos bedankte.

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