"Lexikon der Liebesmittel"

- Gibt es etwas, das ich einer Frau in den Tee tun kann, und sie wird sofort spitz auf mich, werden Christian Rätsch und Claudia Müller-Ebeling oft gefragt. "Nein, gibt es nicht", lautet dann ihre Standardantwort. Rätsch und Müller-Ebeling sind Autoren des "Lexikon der Liebesmittel". Es ist eines der umfangreichsten Liebesmittel-Lexika, das derzeit erhältlich ist.

<P>Die Autoren, beide auf Pharmakologie und Botanik spezialisiert, haben ihre weltweiten Forschungsergebnisse und Erfahrungen aus 25-jähriger Tätigkeit zusammen getragen. Wer glaubt, ein esoterisch oder voyeuristisches Buch vorzufinden, der täuscht sich. Was heutzutage als Aphrodisiaka gilt, ist kulturell definiert. Wissenschaftliche Definitionen gibt es nicht. Die Indianer schätzten Zauberpilze, im Orient waren es verführerische Gerüche, und in Europa vertraute man auf allerlei Kräuter wie beispielsweise Schafgarbe.<BR><BR>Die Frage, ob ein Aphrodisiaka wirkt, ist nach Ansicht der Autoren falsch. Vielmehr müsse man fragen: Warum wird eine Substanz als Liebesmittel klassifiziert? Die Antworten darauf fallen unterschiedlich aus, generell beruhen sie aber auf subjektiven Erfahrungen und kulturellen Perspektiven. Und so haben die beiden ein umfangreiches Lexikon zusammen getragen, in dem es nicht darum geht, sexuellem Empfinden bis zum Höchstmaß zu steigern. "Je weniger man verwendet, umso besser wirkt ein Liebesmittel", steht im Einleitungsteil. Lust sei ein Urprinzip des Lebens, und das könne man am besten durch eine subtile Stärkung der Sinne erzielen.<BR><BR>Wer beginnt, das Lexikon zu lesen, wird sich gleich im ersten Teil festbeißen. Recht amüsant schreiben sich Rätsch und Müller-Ebeling durch die Geschichte der Aphrodisiaka in Kunst und Literatur. Die folgenden rund 400 Monografien zu pflanzlichen, mineralischen, tierischen und synthetischen Liebesmitteln sind praxisorientiert aufgebaut, mit allen Infos zu Geschichte, kultureller und rituelle Anwendung, Rezepten und gesetzlichen Bestimmungen.</P><P> Über 1500 Abbildungen bieten zusätzliche Informationen. Das Schwergewicht liegt bei Aphrodisiaka, die in Europa verfügar sind, wie Curry, Rosmarin oder Honig. Aber auch exotische Liebesmittel sind aufgelistet. Ein ausführlicher Index und eine umfangreiche Bibliographie runden das Buch ab, das zurecht als Standardwerk des Aphrodisiaka bezeichnet werden darf. </P><P>Lexikon der Liebesmittel <BR>von Christian Rätsch und Claudia Müller-Ebeling<BR>AT-Verlag<BR>78 Euro (Subskriptionspreis bis zum 30.6.: 66 Euro). <BR><P><P>Das Buch über unseren Partner amazon.de bestellen: <BR> Lexikon der Liebesmittel </P></P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mega-Cooler Kultseniorenabend! Neil Diamond in der Oly-Halle
Kontrastprogramm zur Wiesn: Am Donnerstagabend hat Neil Diamond die Olympiahalle mit seiner Coolness beehrt. Eine Kritik.
Mega-Cooler Kultseniorenabend! Neil Diamond in der Oly-Halle
Der Mut-Lacher
Mit „Monsieur Claude und seine Töchter“ gelang Philippe de Chauveron ein Riesenerfolg. Nun setzt de Chauveron einen drauf: In „Hereinspaziert!“ übernimmt Christian …
Der Mut-Lacher
Nachtkritik: Sting macht in der Olympiahalle sein Ding
Sting hat in seinem Musikerleben Songs geschrieben, die heute noch so gut funktionieren wie 1983 oder 1995. Davon macht er in der Olympiahalle Gebrauch - und seine Fans …
Nachtkritik: Sting macht in der Olympiahalle sein Ding
Im Lenbachhaus geht der Punk ab
Das Münchner Lenbachhaus zeigt in der Ausstellung „Normalzustand“ deutsche Undergroundfilme, die zwischen 1979 und den frühen Neunzigerjahren entstanden sind. 
Im Lenbachhaus geht der Punk ab

Kommentare