Licht für Lappland

- Nie sind die Nächte so lang wie in der Zeit um Weihnachten. Nördlich des Polarkreises lässt sich die Sonne gar nicht mehr blicken. Gut, dass es den Münchner Installationskünstler Thomas Huber gibt.

<P>Mit 50 überdimensionierten Schreibtischlampen, die er im Abstand von 50 Metern auf dem nördlichen Polarkreis postiert hat, bringt er Licht ins nordische Dunkel. Doch am Ort des Geschehens - der nächste auf einer Landkarte verzeichnete Punkt ist das nordschwedische Vuoggatjalme - dürfte sich als Besucher allenfalls der ein oder andere verirrte Elch einfinden. Damit die Öffentlichkeit trotzdem etwas vom Kunstevent "Circlelights" mitbekommt, gibt es "Circlelights parallel" im Münchner Maximiliansforum. Dort, in der Unterführung an der Maximilianstraße auf Höhe des Altstadtrings, werden Live-Bilder vom Leuchten der Lampen in Lappland auf zwei Leinwände geworfen.<BR></P><P>Daneben stehen zwei der 2,50 Meter großen Lampen - postiert auf dem 48. Grad nördlicher Breite und somit auf einer Parallele der schwedischen Leuchtenallee. Auf zwei Fernsehern sind dazu Bilder von der Vorbereitung des Projekts zu sehen, das Kreischen von Sägen, das Hämmern und das Fluchen des Künstlers schallen durch den Raum. Blaues Licht ergänzt die polare Atmosphäre. "Circlelights" bezieht seinen Reiz aus der Absurdität, aus dem surrealistischen Zauber der sinnlosen Verknüpfung von Wildnis und Zivilisation. Hubers anrührender wie vergeblicher Ansatz, die abweisende nordische Welt lebenswerter zu machen (vor zwei Jahren pflanzte er auf einem grönländischen Gletscher eine Wiese aus Kunststoff-Blumen) hat etwas Tragikomisches. Seine Abenteuerlust - er brachte die Lampen auf Skiern und mit Zeltausrüstung nach Lappland - sorgt für zusätzliche Spannung.</P>

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