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Bereits 2012 illuminierte Philipp Geist die Fassade des Weilheimer Stadtmuseums. Nun lädt er zum ersten Lichtkunst-Festival.

Neues Festival

Weilheim leuchtet

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Weilheim - Der Lichtkünstler Philipp Geist lädt seine Kollegen zum ersten Lichtkunst-Festival nach Weilheim. 

Bisher war es so, dass Lichtkunst aus Weilheim um die Welt ging: Philipp Geist, aufgewachsen in Weilheim, sorgte mit spektakulären Installationen weltweit für Aufsehen, setzte unter anderem den Königspalast von Bangkok und die Christus-Statue in Rio de Janeiro in neues, faszinierendes Licht. Nun bringt der 40-Jährige erstmals internationale Lichtkunst nach Weilheim: Geist ist künstlerischer Leiter des Lichtkunst-Festivals, das jetzt in der „Kulturstadt im Pfaffenwinkel“ – so das offizielle Attribut der 22 000-Einwohner-Stadt – Premiere feiert. Bei jedem Wetter und freiem Eintritt wird Weilheims Altstadt am Freitag und Samstag, jeweils von 19 bis 24 Uhr, Schauplatz spannender Projektionen.

Musik begleitet die Installationen

Das Festival ist in der Region „das erste Lichtkunstfest von internationalem Zuschnitt“, wie der eigens gegründete Verein „Lichtkunst Weilheim“ wirbt, und soll künftig alle zwei Jahre stattfinden. Bei der ersten Ausgabe an diesem Freitag und Samstag sind an drei markanten Orten der Altstadt große Installationen zu sehen, die eigens dafür entwickelt werden. Geist selbst, 2013 mit dem Deutschen Lichtdesign-Preis in der Kategorie „Lichtkunst“ ausgezeichnet, bespielt die historischen Fassaden und den Boden am Marienplatz, der Berliner Künstler Robert Seidel die frisch restaurierte Stadtmauer am Oberen Graben – und Fausto Morales vom spanischen Kunst- und Designkollektiv „Slidemedia“ die Fassade der städtischen Musikschule, das ehemalige Gefängnis. Zu jeder Installation gibt es eigene Musik, bei Morales’ Arbeit kommt sie live vom preisgekrönten spanischen Komponisten und Multi-Instrumentalisten Jorge Ramirez-Escudero.

Festivalzentrum in der Altstadt

Mit weiteren Illuminierungen und Programmpunkten, verteilt über die Weilheimer Altstadt, entsteht außerdem „ein weitläufiger Lichtparcours“, versprechen die Organisatoren. So wird etwa der Stadtbach in der Oberen Stadt mit kleineren Installationen einbezogen; der Münchner Architekt und Lichtkünstler Markus Julian Mayer illuminiert den Lindnerstadl. Dieser denkmalgeschützte Bau an der Eisenkramergasse, mitten in der Altstadt gelegen, aber normalerweise nicht öffentlich zugänglich, wird eine Art Festivalzentrum – mit Ausstellungen, Vorträgen und der „Möglichkeit zum Chillen“. Für die Bewirtung sorgen Weilheimer Gastronome auf dem nahegelegenen Kirchplatz. „Mich fasziniert die Idee, mit Lichtkunst einen neuen Blick auf Weilheim zu richten“, sagt Philipp Geist. Seine Videomapping-Installationen verzichten auf Leinwände, sie verwandeln Architekturen und Orte in bewegte, meist begehbare, malerische Lichtskulpturen, die die Wahrnehmung der Betrachter herausfordern. In München realisierte Geist bislang unter anderem große Installationen in der Theatinerkirche am Odeonsplatz („LichtRäume“) sowie am HVB-Tower im Arabellapark.

Obwohl er seit 17 Jahren in Berlin lebt, fühlt sich der Lichtkünstler mehr denn je seiner Heimatstadt (und seinem Zweitwohnsitz) Weilheim verbunden, begeisterte dort in den vergangenen Jahren bereits mit Projektionen auf der Fassade des Stadtmuseums und in der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt. Mit dem ersten Lichtkunst-Festival, für das er „nicht hauptsächlich viele, sondern gute Projekte“ nach Weilheim holte, will er nun neue Impulse setzen, „das Interesse der Bürger an der eigenen Stadt fördern“ – und Besucher aus weitem Umkreis anlocken. Kein Zweifel: Weilheim wird leuchten am 14. und 15. Oktober.

Weitere Informationen

gibt es im Internet unter www.lichtkunst-weilheim.de

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