Liebe, Eros, Tod

- Umzugskartons. Damit ist schon einmal markiert, was in Zukunft bestimmendes Requisit der angehenden Schauspieler sein dürfte. Der Wechsel von Theater zu Theater, das Wandern von Stadt zu Stadt, von Engagement zu Engagement: einpacken, auspacken, sichten, sortieren. Schwer mag es sein, bei der Suche nach Rollen und künstlerischer Erfüllung durch die Darstellung anderer Personen sich nicht selbst zu verlieren. "Findet mich das Glück?", fragt denn auch der dritte Jahrgang der Otto-Falckenberg-Schule in seiner jüngsten Produktion. Gespielt wird in der Dachauer Straße 114.

<P>Eine so überraschende wie kluge, genau auf das Lebensgefühl der jungen Leute ausgerichtete Collage aus Alt und Neu, aus Torquato Tassos Schäferspiel "Aminta" und Ingeborg Bachmanns Erzählung "Das Dreißigste Jahr". Übergreifendes Thema ist die Liebe, ist der Eros, ist der Tod.<BR><BR>Regisseur Stefan Otteni schafft seinen jungen Darstellern jenen szenischen Freiraum, der es ihnen erlaubt, zwischen dem Prosa-Ton der Moderne und dem strengen Pathos der Renaissance per Improvisation und unterstützt durch entsprechende Musik eigenes Empfinden auszudrücken. Sich bloß nicht verstellen, schöpfen aus sich selbst heraus, nur nicht "theatern" - das ist das Ziel dieser Aufführung. Dabei wird vor allem monologisiert. Und ganz in Vergessenheit geriet, dass Theaterspielen eine Angelegenheit des Dialogs und des Miteinanders ist. Dennoch behaupten sich hier gut Daniel Breitfelder, Ismail Deniz, Julia Eder, Britta Hammelstein, Camill Jammal, Veronika Reichard, Florian Schmidt-Gahlen, Undine Schmiedl, Florian Thuneman und Katharina Uhland.<BR><BR>Nächste Vorstellungen: 16., 18., 19., 22. Dezember; <BR><BR>Karten: 089/ 233 320 82 oder an der Theaterkasse Münchner Kammerspiele.<BR></P>

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