Lieber billigere Hosen

- Ungeachtet des Gezänks zwischen Frankfurt und München um den zukünftigen Standort der Internationalen Frankfurter Buchmesse blicken derzeit aller Augen nach Sachsen: Heute Abend wird im Gewandhaus die Leipziger Frühjahrsbuchwoche eröffnet (20.-23. März). Und es herrscht eitel Sonnenschein. Denn erstmals seit 13 Jahren, so Messe-Geschäftsführer Werner M. Dornscheidt, schreibt die Buchmesse schwarze Zahlen. Erstmals seit der Deutschen Einheit ist sie kein Zuschussgeschäft mehr.

<P>"Leipzig hat wichtige Voraussetzungen, die andere Städte nicht haben", sagt der Messechef. "Bei uns sind die Hotelpreise nicht so hoch und eine günstige Teilnahme ist möglich." Man weiß das zu schätzen. Leipzig ist nicht mehr nur ein Frühjahrstreffpunkt für Verlage, Buchhändler, Autoren und Leser. "Hier werden Geschäfte gemacht und mittlerweile auch Lizenzen gehandelt. . . Leipzig ist längst nicht mehr das Mauerblümchen. </P><P>Wir haben fast 2000 Aussteller aus 28 Ländern und damit einen Zuwachs von zwei Prozent gegenüber 2002." Schwerpunkt ist die deutschsprachige sowie die Literatur Osteuropas und nicht die internationale Ausrichtung wie in Frankfurt/Main. Ein weiterer Faktor des Erfolgs sei die Tatsache, dass das Buch auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht abgemeldet sei. "Die Leute lesen - und kaufen lieber billigere Hosen."</P><P>Und auch heuer wieder setzt die Messe in der alten Traditionsstadt Leipzig auf ein großes, bunt gemischtes Programm in der ganzen Stadt. Motto: "Leipzig liest".<BR><BR>Prominente Gäste, Autorendebüts, kuriose Veranstaltungen, ernsthafte Foren sowohl in den attraktiven gläsernen Messehallen als auch in 220 Kneipen, Cafés, Clubs, Buchhandlungen, Theatern und Bibliotheken der Stadt und ihrer näheren Umgebung. Insgesamt viel Anreiz für große und kleine Leseratten wie auch für intellektuelle Schöngeister.<BR>Bei Verlagen und Autoren erfreut sich Leipzig von Jahr zu Jahr immer größerer Beliebtheit. </P><P>So geben sich hier auch in diesem Jahr wieder renommierte Schriftsteller - insgesamt werden 750 Autoren erwartet - an der Pleiße ein illustres Stelldichein. Darunter die Nobelpreisträger Günter Grass und Imre Kertész, Erich Loest und Doris Dörrie, Josef Haslinger und Peter Ustinov.</P><P><BR>Eine Extra-Zierde der Leipziger Frühjahrsbuchwoche: eine ganze Reihe hochkarätiger Preisverleihungen.<BR><BR></P>

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