Liebliche Wohnlichkeit

- Wenn es tatsächlich eine Krankheit gibt mit Namen "Parkomanie", so darf diese dem Gartenkünstler und Schriftsteller Fürst Hermann von Pückler-Muskau (1785- 1871) zugeschrieben werden. Er bereiste die Welt und hielt seine Erfahrungen zum einen in kunstvollen Parkanlagen fest, zum anderen in spannenden Reiseberichten und Fachliteratur zum Gartenbau.

Initiiert von Herzog Franz von Bayern und organisiert von Elke Gräfin von Pückler begegnet eine Ausstellung im Buga-Kulturforum dem Leben und Schaffen des Fürsten, unter dessen Bewunderern sich auch Heine, Goethe und Napoleon III. befanden. Auf 18 Schautafeln werden drei seiner herausragendsten ostdeutschen "Traumparks" vorgestellt: Branitz, Muskau und Babelsberg. Letztere sind Weltkulturerbe, so wie auch Schloss Ettersburg: wegen seines berühmten "Pücklerschlags", einer gerade auf das Schloss zuführenden Waldschneise, die Pückler zu einer lang gestreckten Wiesenlandschaft ausweitete.Bei seinen Parkanlagen verfuhr der Fürst nach dem Zonierungsprinzip: Vom "Äußeren" zum "Inneren Park" und schließlich zum "pleasureground" vor dem Schloss hin steigerte sich die Ausgestaltung. Angeregt wurden die Pläne zunächst noch durch englische Gärten, komplettiert durch die Bauten Karl Friedrich Schinkels. Friedrich Wilhelm IV. bewunderte die "hohe Kunst", mit welcher Pückler "unbedeutenden Lagen den Reiz schöner Gegenden, ja: öden traurigen Feldern liebliche Wohnlichkeit" verleihe. Und tatsächlich: Dieser Fürst konnte aus Landwüsten Oasen machen.

Bis 31. Juli, tägl. 9-21 Uhr. Info: www.buga2005.de.

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