Liebling einer Generation

- Beinahe hätte er ja auch einmal in München auf der Bühne gestanden. Als das Deutsche Theater anlässlich seines 100-jährigen Jubiläums eine Eigenproduktion des Musicals "My fair Lady" probte, sollte Horst Buchholz den Higgins spielen. Aus Berlin wusste man, dass Hotte, wie der Filmstar in seiner Heimatstadt kumpelhaft genannt wurde, vom professionellen Können her absolut musicaltauglich war. Denn als Entertainer in "Cabaret" hatte er bereits im Theater des Westens alle Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Und Theater spielen war neben der Filmerei immer seine Leidenschaft geblieben.

<P>Aber München - das sollte dann letztlich doch nicht sein. Horst Buchholz brach die Proben ab. Um den Liebling einer ganzen Generation, um das Halbstarken-Idol der 50er- und 60er-Jahre wurde es still und stiller. Nun ist Horst Buchholz, der am 3. März 69-jährig gestorben ist, endgültig verstummt.</P><P>Wo war er zuletzt noch zu sehen? In Benignis Film "Das Leben ist schön", in der einen oder anderen Talkshow, bei der Berlinale 2002. Schlecht sah er aus - dieser elegante Mann, viel zu früh gealtert. Aber wenn er sprach, wurde dem staunenden Beobachter deutlich, dass er sich jene Naivität, jene Kindlichkeit seiner Jugend, auch die smarte Scheu und sympathische Bescheidenheit erhalten hat. Kein Intellektueller, keiner, der reflektierte. Ein Verspielter eben, als der er schon als Junge in Kästners "Emil und die Detektive" mit großem Erfolg auf der Bühne stand. </P><P>Als die ersten Filme kamen - "Die Halbstarken", "Monpti", "Auferstehung", "Felix Krull", "Das Totenschiff" -, erstürmte der Berliner Junge vom Prenzlauer Berg rasch den Gipfel. Eine glänzende internationale Karriere. Der Grund dafür, dass sie ziemlich jäh endete, mag vor allem in Horst Buchholz selbst zu suchen sein. In dem hohen Qualitätsanspruch eines Weltstars wie auch in seinem ganz privaten Lebensbereich. Von Krankheit gezeichnet und auch vom Alkohol, spielte er noch einige Male Theater - so wie er es in guter Zeit auch am Broadway getan hat. Jetzt aber in Wien - zusammen mit seinem Sohn im dortigen Englischen Theater. (Heute im ZDF, 24 Uhr: "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull".)</P>

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