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Thomas Lienenlüke gastiert am Sonntag in der Schwabinger Lach+Schieß.

Bühne statt hinter den Kulissen: Lienenlüke in der Lach+Schieß

Liederabend mit dem Nockherberg-Schreiber

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München - Thomas Lienenlüke (48) ist der Singspiel-Autor auf dem Nockherberg. Am Sonntag gastiert er mit seinem Solo-Programm "Revanche?" in der Lach+Schieß. Das tz-Interview:

Den Münchnern sagt höchstens der Name was: Thomas Lienenlüke (48). Der Mann, aus dessen Feder seit drei Jahren das Nockherberg-Singspiel stammt und der heuer auch an Luise Kinsehers Bavaria-Rede mitgefeilt hat. Doch am Sonntag ist er auf der Bühne zu Gesicht zu bekommen mit seinem musikalischen Solo-Programm Revanche? in der Lach+Schieß (20 Uhr). Die tz hat sich vor dem Liederabend mit dem Nockherberg-Schreiber unterhalten. Ein Gespräch mit einem Ex-Straßenmusikanten und Fast-Philosophie-Professor.

Der Nockherberg ist vorbei, deswegen reden wir gar nicht drüber. Wir wollen nämlich etwas über Sie selbst erfahren, den Menschen und Solokünstler Thomas Lienenlüke!

Lienenlüke: Sehr gerne! Also zunächst muss ich sagen, dass ich nur durch Zufall zum Musizieren gekommen bin, ich bin da reingeschlittert. Mein Programm besteht zu drei Vierteln aus Liedern, den Rest rede ich. Das ist besser so.

Dass Sie Gags können, wissen wir mittlerweile. Doch woher kommt das musikalische Talent?

Lienenlüke: Ich habe Trompete gelernt und mir Klavier und Gitarre selbst beigebracht. Mit 16 hab’ ich kritische Lieder gespielt. Gegen Atomkraft, Nazis und so.

Erfolgreich?

Lienenlüke: Na ja, man wollte damit hauptsächlich den Mädels imponieren. Und sich später damit Urlaubstag für Urlaubstag finanzieren.

Wie geht das, bitte?

Zwei aus der Rubrik gesucht und gefunden: Nockherberg-Regisseur Marcus H. Rosenmüller (l.) und Singspiel-Autor Thomas Lienenlüke

Lienenlüke: Ich war zwischen 18 und 22 immer an der Côte d’Azur, leider quasi ohne Geld. Da hab’ ich mir das Ganze als Straßenmusikant finanziert - und vermutlich einen Weltrekord aufgestellt!

Weil Sie so viel eingenommen haben? 

Lienenlüke: Nein, das leider nicht. Aber im Abspielen der längsten Version von The Boxer. Irgendwann hab’ ich festgestellt: Das „Lie-la-lie“ in Endlosschleife bringt einfach die meiste Kohle.

Nennen Sie uns doch neben Simon & Garfunkel noch ein paar Idole - musikalisch und kabarettistisch! 

Lienenlüke: Randy Newman und Georg Kreisler - und Hader! Josef Hader. Ich war neun Mal in seinem Programm Privat. Einfach wahnsinnig genial!

Welchen Beruf haben Sie eigentlich?

Lienenlüke: Ich wollte Philosophie-Professor werden, wenn ich das Studium nicht geschmissen und lange Zeit nur wegen des Semestertickets für die U-Bahn eingeschrieben gewesen wäre. Das war besser für meinen Alkoholkonsum und für alle anderen. Beim Finanzamt gebe ich jetzt einfach Autor an. Aber in Wahrheit ist mein Beruf ein einziger, wunderbarer und großer Sandkasten!

Welche Spielsachen haben Sie da gerade?

Lienenlüke: Mit dem Solo-Programm bin ich bis zu 50 Mal pro Jahr unterwegs. Und neben dem Nockherberg schreibe ich aktuell mit Monika Gruber, für den Schlachthof von Michi Altinger und Christian Springer sowie die neue Kabarett-WG      3. Stock links in der ARD mit Hannes Ringlstetter.

Viel bayerische Kundschaft!

Lienenlüke: Absolut. Ich bin ja 100 Tage im Jahr hier und den Rest in Köln. Das Bayerische ist mir und meiner Ursprungs-Heimat Ostwestfalen sehr ähnlich. Bei uns sagt man gerne „Muss und selbst?“ und das...

 ... ist die bayerische Lebensphilosophie des „Passt scho!“

Lienenlüke: Genau. Bayern ist wie Ostwestfalen - nur mit besserem Bier und schönerer Landschaft. 

Mehr davon? Thomas Lienenlüke gastiert mit seinem Programm "Revanche?" am Sonntag, 15.3., um 20 Uhr, in der Lach+Schieß, Tickets 089/39 19 97.

Stefan Dorner

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