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Für jeden Spaß zu haben: Christoph Weiherer gastiert noch im März im Fraunhofer.

Brunsbüttel bekanntgemacht

Liedermacher Weiherer: „Lasse mich tragen“

München - Dreimal tritt Christoph Weiherer im Fraunhofer auf. Vorher spricht er im Interview über seine Vorliebe für Brunsbüttel und seine Herangehensweise.

So wie einst die Spider Murphy Gang die Hochkonjunktur-Nummer „32168“ (Skandal im Sperrbezirk) bekannt machte, ist jetzt der Liedermacher Christoph Weiherer für den Boom der „25541“ verantwortlich. Das ist die Postleitzahl von Brunsbüttel, und die gibt Weiherer grundsätzlich in Läden an, um gegen die Datensammelwut vorzugehen. Tausende Fans sind dem Beispiel gefolgt, was Brunsbüttel (Schleswig-Holstein, 12.740 Einwohner) plötzlich aus dem Dörnröschenschlaf geweckt hat…

Ein YouTube-Video von Weiherer erreicht bisher 2,6 Millionen Aufrufe. Zum 15-jährigen Bühnenjubiläum gastiert der 37-Jährige ab 29. März im Fraunhofer. Die tz sprach mit ihm.

Herr Weiherer, warum haben Sie Brunsbüttel gewählt und nicht Ihren Geburtsort Burghausen?

Christoph Weiherer: Stimmt, Burghausen wäre sogar eine etwas größere Kleinstadt als Brunsbüttel. Immerhin hatte ich jetzt Anfang des Jahres in beiden Städten jeweils zwei ausverkaufte Konzerte. Aber diese Aktion war keine bewusste Entscheidung, sondern Zufall, weil ich in den Nachrichten eine Meldung über Brunsbüttel - vermutlich über das mittlerweile abgeschaltete AKW - gehört habe und mir dieser Name sofort als „die perfekte Lösung“ in den Sinn kam. Es ist weit weg, um viel Werbung dort hinzuschicken, und es klingt für uns Bayern sehr lustig, vor allem in Verbindung mit meinen Fanartikeln wie dem BioBrunsBeutel.

Erste Bilanz nach 15 Jahren: Würden Sie heute lieber einer „vernünftigen“ Tätigkeit nachgehen?

Weiherer: Die vernünftige Tätigkeit hab ich vor dem unvernünftigen Künstlerleben bereits ausprobiert - ich bin gelernter Chemielaborant, hab die Ausbildung mit Auszeichnung abgeschlossen, zwei Jahre in diesem Job gearbeitet und nebenbei zum Spaß Musik gemacht. Ich bereue das nicht.

Und warum der Wechsel?

Weiherer: Der „normale“ Beruf wurde mir schnell langweilig. Ich arbeite sehr gerne körperlich und verbringe meine Freizeit grundsätzlich lieber mit Handwerkern als mit Künstlern. Aber ich würde den Schritt auf die Bühne definitiv wieder wagen.

Sie sind drei Tage im Fraunhofer. Was spielen Sie?

Weiherer: Ehrlich gesagt, weiß ich das vor einem Auftritt selten. Ich weiß, mit welchem Lied ich anfange - ansonsten lass ich mich von meiner Tagesform, vom Raum, von der Stimmung im Publikum tragen. Mich und das Finanzamt München 5 würd’s jedenfalls sehr freuen, wenn das Publikum an allen drei Tagen zahlreich erscheint.

Interview: Antonio Seidemann

Ticket-Tel. 26 78 50 oder www.fraunhofertheater.de

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