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Linkin Park rockte die Münchner Olympiahalle.

Aber nicht überragend gut...

Konzert-Kritik: Hüüüpfalarm bei Linkin Park

München - Linkin Park begrüßte die Fans in München mit einem bombastischen Intro - und rockte anschließend die Olympiahalle. Trotzdem klang die Band manchmal wie U2 für Arme. Die Konzert-Kritik:

Der Sound ist perfekt. Das Licht klar und ohne große Faxen. Die transparenten Videowände spannendes Augenfutter. So muss das sein, wenn eine Supergroup am Werk ist. Die Fans von 15 bis 50 nehmen Linkin Park mit offenen Armen auf. Und die Band hängt sich wirklich rein. Warum es dann doch nicht das ganz große Ding ist? Als Musiker und Songschreiber sind Linkin Park etwas zu dünn (Olympiahalle, voll).

90 Minuten geht’s durch Metal, Crossover, Electro, Rock und Pop. Der Start ist fulminant: Blitz und Donner, ein unheilvoll klingendes Intro, und Frontmann Chester Bennington fegt zu „Guilty All The Same“ über die Bühne, als hätte er Sprungfedern in den Schuhen.

Linkin Park hört sich manchmal schon fatal nach U2 für Arme an

Ausgemergelt wie ein angejahrter Jockey wirkt der Mann, und man wundert sich schon, wo er sein beachtliches Stimmvolumen herholt. Das ist aber auch das beste Stück aus der aktuellen CD. Der Rest klingt zwar live knackiger als in der Studioversion, aber manchmal hört sich das schon fatal nach U2 für Arme an.

Die Höhepunkte hat das Konzert, wenn das Multitalent Mike Shinoda den Leader gibt. Seine Raps sind cool und souverän, er macht dem Ganzen ordentlich Beine. Und dann nimmt das Konzert auch gewaltig Fahrt auf, die Musik wird heavy und konturiert und schwingt sich in die Höhen, die man gerne viel länger erleben würde.

Wenn nur alle Songs von Linkin Park so gut wären...

Das Balladen-Medley törnt dann wieder ab, bringt aber zwischen den Handys tatsächlich noch ein Paar Old School Feuerzeuge zum Leuchten. Bei „Numb“ und vor allem „In The End“ zeigt Linkin Park dann, wie toll sie doch sein könnten, wenn nur alle ihre Songs so gut wären.

Am Schluss ziehen sie wieder voll durch und knallen ein paar Hits raus. Wieder Hüpfalarm im dankbaren Publikum. Also: Es war wirklich ordentlich. Aber nicht zum Abheben gut.

lux

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